Moschee in den Vereinigten Arabischen Emiraten/VAE.  © wlu 2005
Walter Ludin

Islam IV. Auch Jesus kommt im Koran vor

Wenden wir uns dem Jesus-Bild des Korans und der christlichen Bibel zu. Wir kommen dabei nicht am Zweiten Vatikanischen Konzil mit seiner Erklärung «Nostra aetate» vorbei, in der es in Nr. 3 von den Muslimen heisst, sie würden zwar Jesus nicht als Gott erkennen ihn aber als Propheten verehren» wie sie ebenfalls «seine jungfräuliche Mutter Maria ehren».

Um keinen falschen Eindruck zu erwecken, müssen wir zuerst die gravierenden Unterschiede festhalten, bevor wir bezüglich Jesus das Gemeinsame anschauen.

  • Ein wesentlicher Unterschied: In Jesus offenbart sich Gott als Mensch. Der Islam hingegen sieht sozusagen den Koran als Inkarnation Gottes.
  • Mohammed lehnte es entschieden ab, Jesus als «Sohn Gottes» zu sehen.
  • Der Kreuzestod Jesu wird im Koran abgestritten. Entweder wurde ein anderer anstelle von Jesus gekreuzigt oder dieser war nur scheintod.

Nun aber zu den Gemeinsamkeiten:

  • Auch im Koran kündet ein Engel der Jungfrau Maria die Geburt Jesu an.
  • Maria gebiert als Jungfrau ihren Sohn. Der Koran schildert sogar die Geburt Jesu mit Details, welche die Evangelium nicht kennen: «unter Palmen wurde er geboren …» So sind die Geburts- und die Verkündigungsszene im Koran ausführlicher beschrieben als in der Bibel.
  • Auch im Koran ist Jesus wie vom Konzil vermerkt ein Prophet. Ja, er gilt sogar als «Messias», wenn auch nicht im jüdisch-christlichen Sinne. Der Begriff wird als Ehrentitel verwendet.
  • Der Koran bezeichnet Jesus als «treuen Muslim», der die Gebetes und des Almosen-Gebens treu erfüllt. (Sure 19,30)
  • Jesus hat seine Rolle beim «Jüngsten Gericht», allerdings nicht als Richter, sondern als Zeuge über die Taten der Christgläubigen.

Aus meinem Vortrag «Was haben Christen mit den Muslimen gemeinsam?» Dublin Mai 2017/Werkwoche der Kapuziner von Nord-West-Europa

Moschee in den Vereinigten Arabischen Emiraten/VAE. © wlu 2005
13. Juni 2017 | 07:09
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 1  Min.
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Ein Gedanke zu „Islam IV. Auch Jesus kommt im Koran vor

  • Karl Stadler sagt:

    Aber dieser Messianismus, verbunden mit einer missionarischen Stossrichtung, was im Islam ebenso wie im Christentum anzutreffen und vorherrschend ist und der daraus sich je ableitende apodiktische Wahrheitsanspruch, in welcher Form auch immer, mutet unheimlich, ja beängstigend an. Dieser Keim von Zwietracht und Hass liegt auch heute noch in den Offenbarungsfundamenten beider Religionen. Auch in säkularen Bewegungen drangen gewaltige zerstörerische Kräfte an die Oberfläche und nahmen überhand. Nicht selten dann, wenn als oberstes Ziel eine gerechte Weltordnung ausgerufen wurde. Ob Jesus und Mohammed wirklich so friedliebende und tolerante Personen waren? Misst man Jesus an seiner Feldrede bei Lukas, so beschleichen da einen starke Zweifel

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