Walter Ludin

Impfungen für Palästina!

Es gibt kaum ein schweizerisches Medium, das nicht darüber berichtet: Israel ist Weltmeister beim Impfen gegen Covid-19.

Was wir auch wissen sollten:
Als Besatzungsmacht muss Israel die Bevölkerung, die es besetzt, mit Impfstoffen in der gleichen Quantität und Qualität versorgen wie seine eigene Bevölkerung, sowie mit der Ausrüstung für Tests, Schutz, Pflege (Medikamente und Sauerstoff) auf dem gleichen Niveau wie die israelische Bevölkerung. Und palästinensische Gefangene in israelischen Gefängnissen müssen auf die gleiche Weise geschützt werden.

Menschenrechtsorganisationen in aller Welt wollen das so nicht stehen lassen und fordern Israel – auch im eigenen Interesse auf – mit allen Mitteln, die auch für die eigene Bevölkerung eingesetzt werden, auch die palästinensische Bevölkerung in den besetzten Gebieten vor Covid-19 zu schützen.
(Nachbemerkung: Ich bin gespannt, wie unsere notorischen Israel-Versteher diese Tatsache beschönigen werden.)

Boykott-Bewegung BDS
Immer wieder zu reden gibt die – auch von der Schweiz aus unterstützte -Bewegung BDS, die verhindern will, dass Waren aus den widerrechtlich errichteten Siedlungen Israels verkauft werden. ds-info.ch/index.php/de/bds-home

Vor allem in Deutschland wird BDS verglichen mit dem Aufruf der Nazis, jüdische Geschäfte zu boykottieren. Der anerkannte Frankfurter Politikwissenschafter Gert Krell findet diesen Vergleich höchst demagogisch. Denn damals ging es um wehrlose Juden, die von einer sehr rücksichtslosen Staatsmacht und einer breiten Bevölkerung verfolgt wurden. Heute aber geht es um einen sehr gut bewaffneten Staat, der sich zu wehren weiss.

Nicht alle Juden sind zionistisch
Krell wehrt sich denn auch gegen die Gleichsetzung «Israel/Zionismus-Kritik»= antisemitisch. Er erinnert daran, dass historisch gesehen keineswegs die Mehrheit der Juden zionistisch war. Einige seien sogar anti-zionistisch gewesen, ohne Antisemiten zu sein. «Auch nach der Staatsgründung blieben grosse Teile der jüdischen Orthodoxie antizionistisch.»

Ende der Besatzung = Anfang des Friedens © zVg
25. Januar 2021 | 14:32
von Walter Ludin
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0 thoughts on “Impfungen für Palästina!

  • stadler karl says:

    Ihre zeitlichen Intervalle mit antiisraelischen Gift-Anschlägen werden ja immer kürzer. Ja, ja, Herr Ludin, alle Welt konnte es bereits vor einem Monat nachlesen, was wieder über Israel im Zusammenhang mit Covid-19 herumgelogen wird. Bereits kurz vor Weihnachten konnte man es vernehmen http://www.mezan.org/en/post23892 .
    Allerdings ist in den palästinensischen Gebieten die palästinensiche Autonomiebehörde PA für die Gesundheitsversorgung und viele andere Bereiche in der zivilen Verwaltung zuständig und nicht Israel. 96 Prozent der Palästinenser, die in der Westbank leben, werden direkt von der Autonomiebehörde in Ramallah kontrolliert und die Palstinenser in Gaza leben nicht unter israelischer Besatzung, sondern unter der Diktatur der Hamas. Gegenüber der israelischen Zeitung “Jerusalem Post” erklärten noch am 21. Dezember 2020 Vertreter des palästinensischen Gesundheitsministeriums, dass keine Zusammenarbeit mit den Israelis in Sachen Impfung geplant sei. “Wir arbeiten selber daran, Impfstoffe aus verschiedenen Quellen zu erhalten …Wir haben eine eigene Regierung und ein eigenes Gesundheitsministerium”. Dass der russische Impfstoff wahrscheinlich nun erst im Februar verfügbar sein wird, haben in keinster Weise die Israelis zu verantworten.
    Tatsache ist, und warum melden Sie in Ihrem Blog nicht auch diese Ereignisse, wenn Sie doch um die israelischen Verhältnisse so gut Bescheid wissen wollen: Es gab bis Mitte 2020 eine sehr starke israelisch-palästinensische Kooperation in Sachen Covid-19, dies, obwohl gesundheitspolitisch nach dem Oslo-Abkommen die PA allein verantwortlich ist für die Westbank und für Gaza. Diese Zuständigkeit wurde damals den Palästinensern keineswegs aufgedrängt. Diese Cooperation wurde sogar von den Vereinten Nationen offiziell sehr lobend hervorgehoben. Man konnte damals einiges darüber lesen. Israel bildete palästinensiches medizinisches Personal und Labortechniker aus, spendete Test-Kits und bereitete sich auf eine gemeinsame Impfkampagne mit den Palästinensern vor.
    Dann unterbrach PA-Chef Mahmud Abbas aus Verärgerung über Trumps-Nahostplan abrupt jegliche Zuammenarbeit mit Israel. Es war in der Folge in der “Jerusalem Post” von einem palästinensischen Repporter zu lesen: “Die Palästinenser erwarten nicht, dass Israel einen Impfstoff für sie einkauft oder ihnen verkauft. Bald erhalten die Palästinenser vier Millionen Dosen des russischen Impfstoffes . Mithilfe der WHO ist es der PA gelungen, den Impfstoff aus anderen Quellen zu beschaffen.”
    Es handelt sich um ein erneutes klassiches Beispiel, dass über Israel ständig in der ganzen Welt herumgelogen wird, dass man mit allen Mitteln vesucht – nicht selten machen auch Menschenrechtsorganisationen und NGOs mit – Israel als menschenverachtender Apartheidsstaat darzustellen. Und in diesem Zusammenhang macht der israelsiche Jurist Daniel Pomerantz übrigens geltend, dass es Israel rechtlich gesehen aufgrund des Oslo-II-Abkommens gar nicht erlaubt sei, sich in die palästinensische Gesundheitspolitik ohne deren Einverständnis einzumischen. Dennoch bietet Israel den Palästinsern in Ost-Jerusalem, die eine israelische Krankenversicherung haben, selbstverständlich die Impfung an.
    Aber dies alles scheint in katholischen Blogs ja nicht von Belang zu sein. Hauptsache ist, dass Israel wieder einmal der Prügelknabe ist und als der Jude unter den Staaten gilt!

  • stadler karl says:

    An dieser Lügenspirale arbeitet übrigens auch Saleh Higazi, der Regional-Chef von Amnesty mit. Gleichzeitig ist er für den palästinensischen Think thank Al-shabaka tätig, der wiederum die antisemitische BDS kräftig unterstützt. Higazi ist als Funktionär von Amnesty für ein Gebiet zuständig, das unter anderem Iran, Irak, Libyen und auch den Jemen umfasst. Bezeichnend, wie man lesen kann, ist nun folgendes: Im Jahre 2018 setzte dieser Regional-Direktor von Amnesty 154 Tweets ab. Davon handelten allein 150 ausschliesslich vom israelisch-palästinensischen Konflikt, wobei selbstverständlich praktisch ausschliesslich Israel als Prügelknabe dasteht. Als wäre es in den übrigen Gebieten um die Menschenrechte bestens bestellt. Das zeigt, wie die Berichterstattung teilweise auch von seiten der Menschenrechtsorganisationen bezüglich Israel läuft. Und natürlich, hierzuzlande findet diese Art von Berichterstattung in einen Blog Eingang, der sich auf einer mit öffentlichen Mitteln mitfinanzierten Plattform findet und für die die katholische Kirche Schweiz und die SBK verantwortlich sind. Und diese Kirche beansprucht, bei Abstimmungen und Wahlen mitzureden und sich einzumischen, auch mit der Begründung, dass ihr die Aufgabe eines Wächteramtes von Ethik und Moral zukomme.
    In all den Jahren, in denen ich Ihren Blog las, vermag ich mich nicht an ein einziges mal zu erinnern, wo ein Blog-Beitrag erschienen wäre, in dem Israel auch nur im Ansatz in einem positven Licht dargestellt worden wäre.
    Als Aussenstehender erscheint es einem wirklich besser, sich von dieser Plattform fernzuhalten.

  • – warum ich nicht auch diese erwähne, heisst es in einem der beiden kari-kommentare. in diesem zusammenhang darf ich auch mal auf dieses hinweisen: ich versuche jeweils, mich möglichst kurz zu fassen. auch im hinblick auf die leser, die ich nicht überfordern möchte. doch: die kommentare sind sehr oft viel länger als meine blogtexte. zum beispiel auch jetzt: ich schrieb gut 2000 zeichen, die kommentare umfassen fast 7000! ich denke, es ist nicht fair, so viel platz zu beanspruchen und einem dabei vorzuwerfen, was alles man nicht geschrieben hat.
    -was die öffentliche finanzierung dieser plattform betrifft. da darf ich daran erinnern, dass ich meine fast 4500 beiträge gratis schreibe (nur zwei mal in diesen über 15 jahren gab es einen kleinen gutschein)

    • Pia Tschupp says:

      “Israel ist Weltmeister beim Impfen gegen Covid-19”, die Menschen im besetzten Westjordanland sind es beim Warten. Beim Warten auf Wasser, das abgestellt wird, auf Strom, der ausgeschaltet ist, auf die wärmende Heizung im Winter. Beim Warten auf eine Bewilligung zum Bauen oder Reisen, an Kontrollpunkten. Auf eine Impfung. Auf Gerechtigkeit, ein Leben in Würde und ein Ende der Besatzung.
      Die Osloer Verträge werden von Herrn Stadler erwähnt, nicht aber die Tatsache, dass die Bestimmungen der vierten Genfer Konvention mit den Art. 47 und 55 darüber stehen (sollten). Besonders eindeutig treffen diese auf das C-Gebiet zu, das 62% der besetzten Westbank ausmacht. Gemäss Oslo-Abkommen steht das C-Gebiet sowohl zivilrechtlich als auch in Sicherheitsbelangen unter vollständiger israelischer Kontrolle.
      Ja, gewiss, wo immer Menschen mit- oder nebeneinander leben, kommt es zu Verletzungen der (Menschen)rechte, selbst vor unseren Haustüren. Doch sind uns, die wir nicht unter Besatzung leben müssen, Möglichkeiten, Rechte auch, gegeben, uns dagegen zu wehren.
      Ein junger Palästinenser, Übersetzer (Arabisch, Deutsch, Englisch, Italienisch) mit einem abgeschlossenen Master-Studium, schreibt vor ein paar Tagen: “Ich habe viele Leute in Deutschland und in den USA getroffen, die tatsächlich denken, dass Palästinenser*innen ungebildet und primitiv sind, oder sie sind die Terroristen, die dem Staat Israel und den Israelis Ärger machen.”
      Und der Dorfvorsteher des kleinen Dorfes Yanoun im Norden Palästinas hat vor Weihnachten in einer Videobotschaft den Weltkirchenrat um Beobachter*innen gebeten, denn “cameras and pens” würden sein Dorf besser beschützen als israelische Soldaten und Polizisten.
      Abschliessend ein Zitat von unbekannt: “Wenn es überhaupt Antworten und Wahrheit gibt, dann werden wir sie wohl dort finden, wo wir sie am wenigsten gesucht haben: in uns selbst”.

  • Thomas J . says:

    Ihre Artikel werden immer unerträglicher…nicht nur diffamieren Sie schon vorbeugend Kritiker als “notorische Israelversteher”, welche angeblich alles was Israel tut beschönigen wollen (und man ironischer Weise bemerken könnte; ob Sie dann mit ihrem latenten Antisemitismus nicht umgekehrter Weise einfach dasselbe tun) sondern Sie bringen einfach auch noch simple Fakten durcheinander. Wie Karl Stadler richtig schreibt sind die von ihnen bemängelten Probleme der autonomen Verwaltung in Ramallah zuzuschreiben. Auch was den BDS angeht muss man schon beide Augen geschlossen halten wenn man nicht sehen will was Tatsache ist und hier geht es nicht nur um eine persönliche Meinung, denn der BDS wurde etwa schon vom Deutschen Bundestag 2019 als klar antisemitisch eingestuft. Dass es dazu kommt muss schon viel passieren.

  • stadler karl says:

    Herr Ludin, man kann auch mit ganz wenigen Worten “Giftpfeile” abschiessen. Und wenn solches beständig passiert, so wirkt dies, wie der stete Tropfen den Stein aushöhlt. Und die Wirkung wird gewiss nicht verfehlt, das kann man im nächsten Umfeld beobachten. Ich werfe Ihnen nicht vor, für Ihre Blogs entschädigt zu werden. Aber mich stört, dass auf einer Plattform, die mit öffentlichen Mitteln finanziert wird, ungehindert in Blogs einseitig und verzerrt und teilweise krass wahrheitswidrig Israel stetig angefeindet wird. Ausgerechnet auf einer Plattform der Kirche, einer Institution, welche zeitweise die Juden während Jahrhunderten durch Europa trieb und Vorausseztungen für Pogrome begünstigte!
    Frau Tschopp, niemand behauptet, die Palästinenser seien ein Volk von ungebildeten und primitiven Leuten. Tatsache ist jedoch, dass immer wieder terroristische Anschläge von seiten der Palästinenser auf die israelische Bevölkerung vorkommen – auch aus der Westbank, von den Angriffen aus Gaza reden wir gar nicht erst – welche dann von der PA gegenüber den Angehörigen der getöteten Attentäter mit finanzieller Unterstützung belohnt werden. Passiert einmal ähnliches in Europa, gerät unser ganzer Kontinent postwendend aus dem Häuschen!
    Sie können sich völkerrechtlich auf die Genfer-Konvention berufen. Völkerrechtlich ist es dennoch eine Tatsache, dass im Oslo-Abkommen, das jünger ist als die Genfer-Konvention, wo Israel und Palästinser als Parteien fungieren, die zivile Verwaltung über die palästinensische Bevölkerung explizit den Palästinensern, bzw. deren Autoritäten übertragen wurde, was ganz deren Wunsch entsprach. Völkerrechtlich, daran gibt es nichts zu deuteln, ist Israel daran gebunden, genauso wie die palästinensischen Behörden. Und es ist ebenso eine Tatsache: Gut 95% der palästinensischen Bevölkerung in der Westbank lebt in Gebieten, die klar und eindeutig der zivilen Kontrolle der PA unterstehen, und nicht Israel! Und es waren die Palästinser (Mahmud Abbas und die weitere Autonomiebehörde) die einseitig mitte letzten Jahres die Zusammenarbeit betr. Covid-19 einstellten und sich weigerten, weiter mit Israel auch in diesem Bereich zusammenzuarbeiten, nachdem in der ersten Hälfte 2020 die Kooperation betreffend Covid-19 so vorbildhaft und hoffnungsvoll angelaufen war. Die Palästinser wollten keine Zusammenarbeit betreffend Impfungen mehr! Das hindert Blogger auf kath.ch nicht daran, diesbezügliche knallharte Lügen weiter zu verbreiten.
    Ich werde mich in Zukunft nicht mehr auf kath.ch bewegen und diesen Blog auch nicht mehr kommentieren. Man gilt ja ohnehin als Hinterwäldler und als unsolidarsicher Schwätzer gegenüber den Benachteiligten. Aber eine kurze Anmerkung möchte ich dennoch anfügen, einen ganz kleinen Ausschnitt aus der gestrigen Rede von Charlotte Knobloch vor dem Deutschen Bundestag: “… Aber das Phänomen des Antisemitismus ist grösser als das Offensichtliche. Wer Judenhass an der Wurzel packen will, muss auch dort zugreifen, wo es weh tut: Auch in der Mitte der Gesellschaft; dort, wo Integration in die demokratichen Werte abgelehnt wird; auch dort, wo unter dem Deckmantel der Toleranz zu lange Intoleranz gären durfte; auch dort, wo eine Verbrämung des Antisemitismus als intellektuell verkauft wird; sowie dort, wo man nicht “Jude” sagt, sondern “Zionist”, oder andere Codes; und auch dort, wo der Staat Israel diffammiert, delegitimiert und mit doppelten Standards verurteilt wird….”

  • Pia Tschupp says:

    In meinem Post vom 26. Januar erwähne ich zweimal das “besetzte” Gebiet und zweimal die “Besatzung”. Nicht ganz zufällig. Denn allein um die Besetzung der Westbank geht es mir und keineswegs darum, einen kritischen und engagierten Leser dieses Blogs zu vergraulen.

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