Unvorstellbar: ein jüdischer Staat in Bayern
Walter Ludin

Ein jüdischer Staat in Bayern?

Israelische Nationalisten berufen sich die 4000 Jahre alte mythische Zugehörigkeit zum «verheissenen Land». Gleichzeitig sehen sie die seit Jahren ansässige Bevölkerung als unrechtmässige Eroberer.

Dazu meint Charles Ajjad-Ali, der u. a. am Luther-Seminar Minesotta USA eine Professur für «Gerechtigkeit und Christliche Gemeinschaft» innehat, die biblischen Texte, auf die sie sich berufen, seien exegetisch sehr komplex, theologisch nicht eindeutig und keinesfalls im Sinne eines nationalen Eigentumstitels zu verstehen.

Darum sieht der Autor keine stichhaltige religiöse Begründung für die Schaffung des Staates Israel. Es gäbe bloss eine politische Argumentation, den UNO-Teilungsbeschluss. Bekanntlich stand dahinter Absicht, den immer wieder verfolgten Juden eine sichere Heimat zu verschaffen.

Eine sehr bemerkenswerte Feststellung: Da die Shoa «nicht zuletzt durch die antijüdischen Sophistereien Luthers» hervorgerufen wurde, wäre es gerechter gewesen, den Staat Israel in einem Teil Deutschlands zu errichten, etwa ein Bayern.

Unvorstellbar: ein jüdischer Staat in Bayern | ©Walter Ludin 2017

Eine persönliche Bemerkung: Als Freund Bayerns kann ich mich mit dieser Vorstellung nicht anfreunden. Ein solcher Plan wäre aber gerechter gewesen als ihn auf dem Rücken das palästinensischen Volkes zu verwirklichen.

Der aus Pakistan stammende Autor erinnert daran, dass es europäische und nordamerikanische Gegenden gibt, die grösser als das gegenwärtige Israel sind und weniger dicht bevölkert sind:

«Ich frage mich, wie de Reaktion der Europäer und der Nordamerikaner wären auf solch einen Siedlerstaat als ausgleichende Gerechtigkeit, statt die Verantwortung für ihre Verbrechen auf die vielgeschmähten palästinensischen Opfer abzuschieben.»

Ich habe bereits in meinem Blog vom 28. Februar 2019 die Problematik kurz behandelt.

Unvorstellbar: ein jüdischer Staat in Bayern | ©Walter Ludin 2017
12. April 2019 | 17:32
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 1  Min.
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9 Gedanken zu „Ein jüdischer Staat in Bayern?

  • Karl Stadler sagt:

    Die Argumenation der National-Religiösen nimmt sich gewiss teilweise eigenartig und auch sehr ausgrenzend und verachtend aus, genau so wie die religiöse Begründung mancher Araber, die den Besitzesanspruch von ganz Palästina mit teilweise ebenso kruden religiösen Begründungen zu untermauern suchen. Lesen Sie doch einmal die Publikation von Michael Wolffsohn: “Wem gehört das heilige Land? Die Wurzeln des Streits zwischen Juden und Arabern.”
    Die bemerkenswerte Argumenation, wie Sie schreiben, von Charles Ajjad-ali, ist übrigens keineswegs neu. Auch alt Papst Josepf Ratzinger hat mehrmals in genau gleicher Weise argumentiert.
    Luther hat sich zwar teilweise sehr markant als Antisemit zu erkennen gegeben. Dennoch: Gerade darin hat er sich jedenfalls von der von ihm kritisierten Tradition und den Praktiken der katholischen Kirche in keiner Weise abgehoben, welche sich während Jahrhunderten, ja fast während Jahrtausenden, eigentlich seit Kaiser Theodosius, dazuhergab, das Judentum zu unterdrücken, später bei jeder ihr passenden Gelegenheit die Juden durch halb Europa zu jagen und, zumindest geistig, nicht selten Pogrome zu fördern oder zuzulassen. Dieser christliche Geist hat nicht wenig zum Aufblühen der Saat des späteren Antisemitismus beigetragen, der in die Shoa mündete.
    Und einmal mehr hört man wieder, die Juden hätten ja auch in andern Gegenden angesiedelt werden können, z.B. in Europa , wo die Shoa stattfand, oder sonst irgendwo. Es handelt sich um einen klassischen antisemitischen Argumentationsstrang, dem vor allem von Kräften wie der Hamas, dem Hisbullah oder dem iranischen Staat und andern islamistischen Strömungen im Nahen Osten in steter Regelmässigkeit gefolgt wird. Aber beispielsweise auch von Ali Chamenei, dem religiösen Obehaupt im Iran oder dem ehemaligen Präsidenten Irans, Ahmedinejad. Deren erklärtes Ziel ist es, wie auch anderer Teile in der islamischen Welt, den Staat Israel zu zerstören und es ist ihnen jedes Mittel recht, keineswegs nur den Nationalreligiösen in Israel, eine friedliche Lösung zwischen Israel und den Palästinsern zu vereiteln!
    Dass solcher antisemitischer Stuss auch von Teilen der europäischen Linken oder von Kirchenleuten vertreten wird, stösst in Israel nicht zuletzt auch den oppositionellen Linksliberalen oder Leuten wie dem verstorbenen Amos Oz oder David Grossman gewaltig auf.
    Dass eingangs der Karwoche unter dem Titel “Gerechtigkeit” auf einer kirchlichen Plattform auch kirchlicherseits Argumente vertreten werden, die einmal mehr zumindest implizit die Existenzberechtigung des Staates Israel hinterfragen, lässt doch aufhorchen. Das ist nicht richtig, auch wenn extreme Kräfte in der Rechtskoalition am liebsten eine Zweistaatenlösung in sträflicherweise verhindern möchten.

  • stadler Karl sagt:

    Es ist eine altbekannte Stossrichtung auch innerhalb des christlichen und kirchlichen Ideologie-Imperiums, dass, wenn den massgebenden Leuten etwas nicht in ihren Denkraster passt, immer versucht wird, ganz subtil unter dem Titel “Gerechtigkeit” Legitimationsfragen aufzuzwerfen und implizit Hass zu sähen und Ausgrenzungsmechanismen in Gang zu setzen! Ein Muster, das im öffentlichen wie im privaten Bereich immer wieder zum Tragen kam und für Herrschaftszwecke nur allzu gut geeignet war. Man muss sich nur ein wenig nirht in das offizielle Normenkonzept einfügen, und schon werden einem tagaus, tagein die je eigenen Defizite vorgehalten! Und die Wurzeln deratiger zermürbender Strategien reichen, trotz offiziellen Barmherzigkeitsfloskeln, zurück zu zentralen christlichen Texten wie der Feld- oder Bergpredigt.
    Als ob Israel aus heiterem Himmel auf Kosten der Palästinenser entstanden wäre! Als ob der enge Bezug des Judentums, auch des Diaspora-Judentums, zu Palästina erst mit Theodor Herzl in die Welt gekommen wäre!
    Seit siebzig Jahren muss sich der Staat Israel gegen äusserst gewalttätige Anfeindungen militärisch zur Wehr setzen, jede grössere Veranstaltung und das öffentliche Alltagsleben bis ins Detail absichern, will es auch nur ein wenig ein sicheres Leben führen! Ereignet sich einmal in Berlin ein Anschlag oder in Paris gegen ein Kulturmagazin wegen dessen Unflätigkeiten, gerät ganz Europa aus dem Häuschen!
    Seit es den UNO-Menschenrechtsrat gibt, wurden von diesem mit mehr als 50% der Verurteilungen ausschliesslich der Staat Israel gemassregelt, als ob überall auf diesem Planeten alles leidlich in Ordnung wäre! Und Israel ist auf diesem Planeten praktisch der einzige Staat, der sein Existenzrecht gegenüber der übrigen Welt, nicht zuletzt auch gegenüber den menschenrechts-fokussierten Kultur-Eliten des Westens, immer wieder verteidigen muss.
    Auch wenn jetzt die Wahlen in Israel überhaupt nicht gut gelaufen sind: Es ist der reinste Horror, dass ausgerechnet selbst Kirchenleute immer noch versuchen, wenn auch mit gewundenen Formulierungen und Zitaten, die Frage des Existenzrechts des Staates Israel in Palästina erneut aufzuwerfen! So zu tun, als würde man den Überblick über die gesamte Komplexität dieses Konfliktes besitzen! So zu tun, als wisse man bestens, was in den dortigen Verhältnissen Gerechtigkeit wirklich bedeutet! Dass es grosse Ungerechtigkeiten dort gibt, gewiss auch seitens Israel, ist schliessslich ein Allgemeinplatz, der an jedem Stammtisch hinlänglich bekannt ist! Dennoch: Immer wieder diesen Konflikt im Bewusstsein der Menschen ausschliesslich auf Kosten des Staates Israel neu zum Köcheln bringen! Als trüge Israel allein die Hauptschuld an der verfahrenen Situation! Nach allem, was sich im Laufe der Jahrhunderte historisch ereignet hat, vor allem aber, was sich Israel von seiten der christlichen Gerechtigkeitsapostel laufend anhören muss, ist es doch recht erstaunlich, dass der Staat Israel auch nur einen Scheckel locker macht, um den christlichen Pilgertourismus in Israel militärisch abzusichern.

  • Walter Ludin sagt:

    1. Ich habe noch keinen Augenblick das Existenzrecht Israels angezweifelt.
    2. Ich lasse mich gerne belehren: Aber so weit ich mich erinnere, hat Herzl am Anfang eine “Heimstätte” gefordert, aber nicht in erster Linie an Palästina gedacht.
    3. Ohne UNO gäbe es keinen Staat Israel. Es zeugt von Arroganz, wenn der Staat nun jede Kritik an ihm als ungerechtfertigt zurückweist.
    4. Mit welchem Recht entzieht der Staat Israel praktisch Tag für Tag den Palästinensern ein Stück Boden unter den Füssen?

  • Michael Bamberger sagt:

    Walter Ludin: “2. Ich lasse mich gerne belehren: Aber so weit ich mich erinnere, hat Herzl am Anfang eine “Heimstätte” gefordert, aber nicht in erster Linie an Palästina gedacht.”

    Ja, da sollten Sie sich in der Tat belehren lassen, denn:

    “Das dort verabschiedete Basler Programm bildete die Grundlage für zahlreiche Verhandlungen (u. a. mit Kaiser Wilhelm II. während seiner Palästinareise vor dem Jaffator in Jerusalem[20] und dem türkischen Sultan Abdülhamid II.) mit dem Ziel, eine „Heimstätte des jüdischen Volkes“ in Palästina zu schaffen.” (Wikipedia)

    und

    “1900 publizierte Herzl die Philosophischen Erzählungen. In seinem utopischen Roman Altneuland (1902) entwarf er sein idealistisches Bild eines künftigen Judenstaates unter dem Motto “Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen”. Er formulierte darin einen Entwurf für eine politische und gesellschaftliche Ordnung eines jüdischen Staates in Palästina…” (Wikipedia)

  • Karl Stadler sagt:

    Doch, Herr Ludin, mit Ihrem Beitrag stellen Sie implizit ganz klar die Existenzberechtigung des Staates Israel in Palästina in Frage! Genau wie teilweise auch andere Vertreter der christlichen Theologenzunft. Und wenn Sie bestreiten wollen, dass der UNO-Menschenrechtsrat sträflich für antiisraelische Propaganda und Hetze instrumentalisiert wird, dann können wir die Diskussion ruhig beenden! Dies hat mit “Staatskritik”, die in Isrsel sehr wohl akzeptiert wird, über weiteste Strecken nichts zu tun. Propaganda, die im übrigen nicht selten mit Halb- oder Unwahrheiten operiert, und auch von Staaten, die sich schwerste Menschenrechtsverletzungen zuschulden kommen lassen.
    Der Staat Israel nimmt den Palästinensern nicht einfach das Land weg, es sei denn für öffentliche militärische Zwecke, wenn es sich um Enteignungen handelt. Es wurde aber auch wieder an die Betroffenen abgetreten, wenn der Staat es nicht mehr benötigte. Private müssen das Land abkaufen, wenn die Rechtsverhältnisse geklärt sind. Anderes würden die Gerichte nie und nimmer anerkennen.
    Aber dass der Staat dort überhaupt zulässt, dass Siedlungen für Israeli gebaut werden, und damit die Chancen für einen Palästinenserstaat mindert, das ist die Riesenschweinerei!
    Aber all diese Umstände machen noch lange nicht den gesamten Konflikt aus!!!

  • Walter Ludin sagt:

    Ich danke Herrn B. für diese Korrektur. Dennoch dürfen wir nicht vergessen, dass es in der zionistischen Bewegung Tendenzen gab, den jüdischen Staat ausserhalb Palästinas zu errichten. Dazu finde ich in der Wikipedia:
    Der sechste Kongress in Basel vom 23. bis 28. August 1903, der letzte, an dem Herzl persönlich noch teilnehmen konnte, diskutierte dessen Vorschlag für eine Verfassung der WZO im Zeichen der vorherigen Pogrome in Kischinew. Um dieser Bedrohung der russischen Juden zu begegnen, beriet Herzl auch das El Arisch-Projekt mit den britischen Diplomaten Joseph Chamberlain und Lord Lansdowne. Nachdem dieses scheiterte, boten die Briten Herzl eine autonome jüdische Ansiedlung in Ostafrika an: den irreführend so genannten Uganda-Plan. Obwohl Herzl betonte, dass Uganda Palästina als Heimstätte nicht ersetzen könne und solle, stieß er auf heftige Ablehnung. Die russischen Zionisten verließen unter Protest den Kongress. Dennoch stimmte eine Mehrheit von 295 zu 178 Delegierten bei 98 Enthaltungen für die Entsendung eines Komitees nach Ostafrika, um jüdische Ansiedlungsmöglichkeiten dort zu prüfen.

    Andere territorialistische Versuche wurden in der Zwischenkriegszeit in der Sowjetunion unternommen. In der südlichen Ukraine und auf der nördlichen Krim wurden in den 1920er Jahren vier nationale Distrikte eingerichtet, die nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion ausgelöscht wurden. Ein anderes Gebiet war Birobidschan, wo 1934 das Jüdische Autonome Gebiet ausgerufen wurde. Auch dieses Unternehmen war ein Fehlschlag. 1935 wurde in den Vereinigten Staaten die „Freiland Liga“ gegründet, die erfolglos versuchte, eine jüdische Autonomie in einem spärlich besiedelten Gebiet Ecuadors, Australiens oder Surinams zu errichten. Andere territorialistische Versuche wurden in der Zwischenkriegszeit in der Sowjetunion unternommen. In der südlichen Ukraine und auf der nördlichen Krim wurden in den 1920er Jahren vier nationale Distrikte eingerichtet, die nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion ausgelöscht wurden. Ein anderes Gebiet war Birobidschan, wo 1934 das Jüdische Autonome Gebiet ausgerufen wurde. Auch dieses Unternehmen war ein Fehlschlag. 1935 wurde in den Vereinigten Staaten die „Freiland Liga“ gegründet, die erfolglos versuchte, eine jüdische Autonomie in einem spärlich besiedelten Gebiet Ecuadors, Australiens oder Surinams zu errichten.

  • Michael Bamberger sagt:

    Lieber Walter Ludin,

    mir ist es durchaus bekannt, dass damals von verschiedenen Gruppierungen diverse Vorschläge gemacht wurden, was die potentielle Ansiedlung der Juden betraf. Was aber Herzl anbelangt, ging er immer von Palästina aus.

    Übrigens, warum unterschlagen Sie in Ihrem Wiki Zitat zum sechsten Kongress die letzten Sätze? Die lauten nämlich: “Franz Oppenheimer schlug kooperative Siedlungen in Palästina vor: Diese Idee führte einige Jahre darauf zur Gründung des ersten genossenschaftlichen Kibbuz in Palästina. 1904 starb Herzl mit 44 Jahren, ohne die Vollendung seiner Bemühungen noch miterleben zu können.”

    Und zum siebten Kongress (in Ihrem zweiten Absatz); warum zitieren Sie die entscheidenden Eingangssätze nicht? Die lauten nämlich wie folgt: “Der siebte Kongress vom 27. Juli bis 2. August 1905 in Basel begann mit Max Nordaus (zugleich Vorsitzender des Kongresses) Nachruf auf Theodor Herzl. Die Ostafrika-Kommission berichtete von ihrer Reise und kam zu dem Ergebnis, dass Uganda als jüdisches Ansiedlungsziel ungeeignet sei. Andere Zwischenlösungen einer Ansiedlung außerhalb Palästinas wurden erörtert, aber mehrheitlich abgelehnt. Daraufhin verließ eine Gruppe unter Israel Zangwill unter Protest den Kongress und gründete die Jüdische Territoriale Vereinigung. Gleichwohl verlagerte auch die WZO ihren Schwerpunkt nun und beschloss, landwirtschaftliche Siedlungen und industrielle Unternehmungen von Juden in Palästina organisatorisch und finanziell zu unterstützen.”

  • René Seydoux sagt:

    Die Juden wurden bekanntlich während vielen hundert Jahren gehasst und verfolgt. Die, Frage die mich in diesem Zusammenhang seit Jahren beschäftigt, ist diejenige nach den Ursachen. Oder anders gefragt: wurden die Juden ohne jeglichen Grund immer wieder abgelehnt? Gut, es gibt natürlich den bekannten “Jesus-Mörder-Vorwurf” Ich bezweifle, dass dies der einzige Grund ist. Meine Mutter ist in einem elsässer Dorf aufgewachsen. Dort waren auch einige jüdische Familien ansässig – als Fabrikbesitzer und Händler. Meine Mutter erzählte mir, dass Niemand etwas gegen die Juden hatte. Aber, und das ist bezeichnend, sie gingen eigene Wege.Weil sie Juden waren gingen sie am Sonntag natürlich nicht in die Kirche, was damals noch eine Selbstverständlichkeit war und nahmen auch sonst an keinem Fest teil. Das hatte natürlich zur Folge, dass man ihnen zumindest misstraute. Die Mischung, einerseits “bessergestellt” zu sein und anderseits sich abzugrenzen barg bereits eine gewisse Gefahr. Man muss nicht Psychologe sein, um dies zu “spüren”. Besonders schlimm war dies natürlich, wenn die Bevölkerung unter Hunger und Krankheiten litt. Und noch etwas. Nicht nur Juden, auch andere Gruppierungen markieren ihr Aeusseres mit bestimmten Attributen. Eigentlich nichts verbotenes. Psychologisch gesehen, trotzdem nicht ganz unproblematisch. Gerade Juden tragen die Kippa nicht zuletzt als Zeichen der Abgrenzung – sie gehen auf bewusste Distanz zum Anderen. Weil sie sich besser fühlen? Es gäbe dazu noch vieles zu sagen – zu einfach sollte man sich die Sache jedenfalls nicht machen. Uebrigens, es ist sehr gut möglich, dass ich selber auch Jude bin!? Wäre mir auch recht.

  • Meine Antwort an René S. Sorry, dass ich den Kommentar erst jetzt aufschalten konnte. War in den Ferien.
    -Es stimmt sicher dass hierzulande sehr viele Juden zu den Wohlhabenden zählten. Aber etwa in Osteuropa (vor allem Polen, Ukraine usw.) gab es Hunderttausende von sehr armen Juden – trotzdem wurden sie von vielen gehasst.
    “Vielleicht bin auch ich Jude.” Trifft vielleicht auch auf mich zu. Als ich mal in Buenos Aires war und im Kloster meinen Familiennamen nannte, fragte ein Mitbruder, ob ich tatsächlich Christ sein. Die dortigen Ludin seien alles Juden. Tatsächlich, im Telefonbuch hatten alle einen jüdischen Vornamen wie Aaron, Sarah…..

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