Was heisst spirituell leben?
Einführung in die christliche Spiritualität
Eine besondere Herausforderung ergibt sich «aus dem hektischen Alltag immer wieder zur Ruhe zu kommen und den Atem Gottes zu spüren». So schreibt Stephan Leimgruber in seiner kürzlich erschienen kurzen Einführung in die christliche Spiritualität. Hier meine Kurzrezension:
Stephan Leimgruber, bis vor einigen Jahren in München Professor für Religionspädagogik, lebt heute auf dem Luzerner Wesemlin als einer der zehn klosternah Wohnenden. Als er 2014-2017 im Seminar St. Beat Spiritual war, war es seine Aufgabe, den Studierenden Impulse zu geben für ein Leben mit religiösem Tiefgang, in inniger Verbundenheit mit Jesus Christus. Daraus entstand das vorliegende, nicht sehr umfangreiche, aber inhaltsreiche Buch.
Nach Behandlung der Voraussetzungen und Grundlagen eines spirituellen Lebens befasst Leimgruber sich mit dem Gebet als «Atem der Seele». Ausführlich stellt er die Exerzitien im Geiste des Ignatius von Loyola vor, mit Schwerpunkt auf den immer populärer werdenden «Exerzitien im Alltag». Darauf folgt die Skizzierung von liturgischen Gebeten und Gebeten grosser Persönlichkeiten. Öfters wirft der Autor einen Seitenblick auf die Spiritualität nichtchristlicher Religionen.
«Insgesamt eine ausgezeichnete Hilfe für alle Mitmenschen auf der Suche nach und in der Begleitung zu einem vertieften spirituellen Leben. (Hanspeter Betschart)
Stephan Leimgruber: «Atme in uns, Heiliger Geist». Kleine Einführung in das Geistliche Leben. Academic Press Fribourg. 2017. ISBN: 978-3-7278-1812-7. 176 S. Fr. 32.90.
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Karl Stadler sagt:
Aber wenn man sich als Mensch nicht eingebunden fühlt in diese Verbundenheit mit dem Stifter des Christentums, sich vielmehr grosse Zweifel einstellen, gerade auch in Bezug vieler seiner Äusserungen, selbst wenn diesen in Theologie und Lehre zentrale Bedeutung zukommen mag? Zweifel nicht bloss dahingehend, wie weit die von ihm postulierten Lebensformen in allen ihren Grundzügen wirklich den anthroplogischen Gegebenheiten in ihren empirischen Erscheinungsformen entsprechen, sondern auch wie weit sie sich in ihrer normativen Radikalität identitätsstiftend, kulturprägend auswirken und damit ebenso wie andere Ideen des Guten nicht nur als ab-, sondern auch als ausgrenzend auszuwirken vermögen? Ein Phänomen, das nach meiner persönlichen Auffassung sich keineswegs auf formal-institutionalisierte Nomen wie beispiesweise des Kirchenrechts oder Normengefüge auch in andern Religionen reduzieren lässt, auch wenn solche Normengefüge vielleicht nicht bloss einengend und Leid verursachend wirken, sondern für manche auch eine gewisse identitätsstiftende Orientierungshilfe zu vermitteln vermögen?
Sicher bleibt es niemandem erspart, sich über weite Strecken mit den Bedingungen seines ganz persönlichen, begrenzten Daseins abzufinden, an irgendeinem Ort in dieser Welt, eingebettet in eine tradierte kulturelle Landschaft mit ihren spezifischen Ausformungen, mit der zufälligen Prägung seiner eigenen Biographie durch persönliche Sozialisation, Ausbildung und Beruf, im Umfeld von rasenden ökonomischen und gesellschaftlichen Umwälzungen sowie vom Wandel kultureller Paradigmen, und einer Zukunft ausgesetzt, deren Gesicht auch keine Wissenschaft verlässlich zu prognostizieren vermag.
Was kann denn vor diesem Hintergrund Spiritualität bedeuten und wie könnte sie Hilfestellung leisten bei der doch für viele Menschen, welcher Herkunft auch immer, grundlegenden Herausforderung, der Orientierungssuche und Kontingenzbewältigung?
Sehr gut, dass Sie diesen Hinweis machen, ich werde mir jedenfalls das Buch beschaffen.
Stephan Leimgruber sagt:
Lieber Walter,
eben habe ichDeine Rez entdeckt.
du machst ja fantastische Werbung für mein neues Werk.
Vielen Dank!
Stephan Leigruber