Gewaltfreie Verteidigung oder Krieg?

Nochmals zur Frage, ob für die Ukraine «soziale, gewaltfreie» Verteidigung sinnvoller gewesen wäre als der sinnlose Krieg:

Erstaunliche 26% der ukrainischen Bevölkerung haben vor ein paar Jahren sich für die soziale Verteidigung ausgesprochen. Abseits vom Fokus der Medien blieb es während dem Krieg nicht blosse Theorie. Menschen haben sich schutzlos vor russische Panzer gestellt und sie zum Teil zum Umkehren gezwungen. Alle Wegweiser wurden entfernt und durch solche nach Den Haag ersetzt, dem Sitz des Internationalen Strafgerichtshofs …

Ein anderes Beispiel: Nach der Eroberung haben Menschen in der Stadt hartnäckig demonstriert und ihren Bürgermeister zurückbekommen, der in Geiselhaft war. Dieses Ereignis erinnert an ein weithin unbekanntes Vorkommnis in Deutschland während des Dritten Reichs. Als die Nazis in Franken ein Kloster aufheben wollten, demonstrierten viele Hunderte dagegen. Das Kloster blieb erhalten – und die Regierung verzichtete darauf, im ganzen Landkreis weitere Klöster aufzuheben.

Krieg
Was passiert, wenn man auf Krieg setzt (auch wenn es ein legitimer Verteidigungskrieg ist?) Prägnant formuliert es der Journalist Matthias Dobrinski, übrigens keineswegs ein konsequenter Pazifist: Der Abwehrkampf der Ukraine «zerfetzt jeden Tag Leben, zerstört Heimaten, gebiert Hass und Nationalismus. Seinetwegen wächst der Hunger in der Welt, stockt der Kampf gegen die Erderwärmung, frisst die Aufrüstung das Geld, das die Armen dringend bräuchten.»

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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