«Es tut keiner ›was. Und am Schluss wills keiner g’wesen sein.» Dies uralte österreichische Volksweisheit, überliefert von meiner Salzburger Freundin Hanni, kommt mir in den Sinn, wenn ich an die aktuellen – unbewältigten! – Krisen denke. Immer hat «man» gewartet, bis die Situation wirklich schlimm und unheilbar war.
Dies gilt für den Krieg gegen die Ukraine. Er begann faktisch schon 2014 mit der Invasion der Krim. Was taten die führenden Politiker? Nichts, das sich als wirksam erwies! Ausser auf die zu Willy Brandts Zeiten bewährte Formel «Wandel durch Handel» zu vertrauen. Sie war ein totes Pferd …
Und dann der tiefe Fall der Grossbank CS. Seit Jahren jagte eine Fehlleistung die andere, um nicht von Katastrophen zu sprechen. Was taten die Politiker und die Kapitäne der Wirtschaft? Nichts von Belang!
Dann wird uns noch die viel beschworene Klimakrise beschert, und dies nicht ernst seit gestern. Was tat «man»? Das eine oder andere, aber zumeist zaghaft und zögerlich. Die Schweiz ist keineswegs eine Ausnahme. Sie war einst und schon lange nicht mehr der klimapolitische Musterknabe. (Oder muss ich gendern und vom Mustermädchen schreiben, da die Schweiz/Helvetia eine «Sie» ist?)
Ihre vorbildliche Funktion hat sie schon längst verloren. Dazu nur eine nüchterne Statistik: Bezüglich Wind- und Sonnenenergie liegt sie von 29 europäischen Staaten auf dem beschämenden Platz 24 …
Hingegen: Anders als bei den beiden vorher erwähnten Krisen ist es noch nicht zu spät. Noch nicht? Immerhin meinen Besorgte (Jugendliche) es sei bereits fünf vor zwölf oder noch später.
Noch sind eine Menge effizienter Massnahmen möglich. Nur müssen sie sofort, nicht zaghaft und zögerlich, angewandt werden. Wenigstens hier besteht noch Hoffnung …
Walter Ludin
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant