Tag der Befreiung

Halleluja! Wie lange mussten wir auf den Moment warten, wo sich unsere Regierung endlich unser erbarmte und uns wieder in die Freiheit der mündigen und selbstverantwortlichen Kinder der offenen Gesellschaft entliess. Wie traurig sind sie jetzt, die Feinde der offenen Gesellschaft, dass sie uns nicht länger vorschreiben können, wann und wie und warum wir unsere Atem- und Sprechhöhlen zu verhüllen haben.
Sie werden sicher neue Wege finden, uns zu entmündigen, sei es, indem sie zensieren, was wir essen und trinken dürfen und was nicht, oder welche Bücher wir in welcher Fassung zu lesen haben. Der Vorschläge sind Legion, man/frau denke nur an CRT, an die Gendersprache, an Radikalveganer und was noch kommen mag.

Es hat kaum einen Sinn, in der medienhysterischen Welt, in der wir tagtäglich leben, an den gesunden Menschenverstand zu appellieren. Es hat auch wenig Sinn, darauf zu verweisen, dass das Virus trotz aller Verhüllungen seinen cleveren Weg gefunden hat, fast die ganze Bevölkerung zu kontaminieren. Noch weniger Sinn hat es, darauf zu verweisen, dass weiterhin jede/r selbständig entscheiden kann und wird, wie er/sie sich schützen will.

Der Durchschnittsmensch, homo non semper sapiens, ist eben furchtbar gern Marionette, ja Lemming, sehnt sich nach seiner Horde und möchte in die Höhle zurück kriechen, überlässt darum das Denken und Entscheiden bereitwillig den Puppenspielern, «denen da oben», um sie dann, wenn etwas schiefgeht, doch als Schuldige zu etikettieren. Wie jämmerlich, wie unendlich armselig. Manchmal möchte der hier Schreibende darum mit Immanuel Kant, Ludwig Wittenstein und Karl Popper auf die einsame Insel auswandern. Nur Mövengeschrei, die können wahrlich nichts dafür, dass sie seelenlose Masse sind; wir aber schon:.

«Statt als Propheten zu posieren müssen wir zu den Schöpfern unseres Geschicks werden. Wir müssen lernen, unsere Aufgaben zu erfüllen, so gut wir nur können, und wir müssen auch lernen, unsere Fehler aufzuspüren und einzusehen. Und wenn wir einmal von der Idee abgekommen sind, dass die Geschichte der Macht unser Richter sein wird, wenn wir nicht mehr von der Frage besessen sind, ob uns die Geschichte wohl rechtfertigen wird, dann wird es ins vielleicht eines Tages gelingen, die Macht unter unsere Kontrolle zu bekommen.» (S.347)

Heinz Angehrn

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