Frauen können nicht Lehrerinnen werden – und nicht Priesterinnen.

So rasch ändern sich die Zeiten …

Frauenpriestertum: ein Zwischenruf

Vor genau 25 Jahren, am 22. Mai 1994, veröffentlichte Papst Johannes Paul II. sein berühmtes Schreiben über das priesterliche Amt mit der für alle Zeiten gültigen Bestimmung:

«Damit jeder Zweifel bezüglich der bedeutenden Angelegenheit, die die göttliche Verfassung der Kirche selbst betrifft, beseitigt wird, erkläre ich kraft meines Amtes, die Brüder zu stärken, dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben. (OS Nr. 4)»

In meiner Sonntagspredigt über die Ämterfrage in der katholischen Kirche fügte ich diesem Zitat hinzu:

«Im neuesten Zuger Pfarrblatt wird auf der ersten Seite ein Artikel aus dem Jahr 1898 zitiert. Zur Frage ›Frauen im Lehrberuf?’ gab es damals die Antwort: ›Niemals. Die Frauen sind dazu körperlich, geistig und nervlich nicht gewachsen.’»

Ich habe schon gefühlte 3000mal gepredigt. Aber noch nie erntete ich ein so lautes Gelächter ….

Päpste ändern die Meinung
Ein lieber Bekannter – ehem. Lateinlehrer in Stans – schickte mir nach meiner Predigt ein Beispiel dafür, dass päpstliche Verordnungen, die für alle Zeiten gedacht waren, durchaus geändert werden können. So habe Papst Clemens XIV. den Jesuitenorden für ewige Zeiten aufgehoben. Pius VII. aber hat den gleichen Orden wieder zugelassen und unter seinen Schutz gestellt, «und zwar ausdrücklich entgegen den bisherigen päpstlichen Weisungen.

Für jene, die Latein verstehen, der Urtext:
«Non obstantibus Constitutionibus et Ordinationibus Apostolicis ac praesertim supramemoratis Litteris in forma Brevis felicis Recordationis Clementis Decimiquarti incipientibus: Dominus, ac Redemptor Noster, sub Annulo Piscatoris expedita die vigesima prima Julii Anni Domini millesimi septingentesimi septuagesimi tertii, quibus ad praemissorum effectum expresse ac speciatim intendimus derogare, ceterisque contrariis quibuscumque.»

 

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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