Walter Ludin

«Lüge» dich frei!

Termine der Stille
Trage regelmässig in deine Agenda freie Zeiten ein, die du gegen jede Terminanfrage verteidigst. So schrieb ich in meinem zweiten Büchlein über Gelassenheit. Der Rex-Verlag machte diese Anregung zum Titel «Termine der Stille» (1992; leider schon längst vergriffen).
Wie aber verteidige ich diese Time-outs, wie man heute sagen würde? Soll ich offen bekennen: «An diesem Tag erlaube ich mir, mal faul zu sein – so wichtig eure Sitzung auch ist.»? Oder sage ich: «Ich habe dann einen sehr wichtigen Termin.»? Wäre dies eine Lüge; allerdings eine erlaubte Notlüge?
Nun, man sollte es geschickter anstellen als einst ein österreichischer Landwirtschaftsminister. Statt in eine Parlamentsdebatte über Landwirtschaftsfragen ging er in die Sauna; eben, weil er einen «ganz wichtigen Termin» habe. Und prompt wurde er gesehen …
Übrigens: Heute mache ich einen «dringenden Familienbesuch»: Ich gebe endlich dem Drängen zweier Freundinnen nach und begleite sie in den Basler Zoo!

3. Juni 2014 | 01:42
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 1  Min.
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