Israel-Palästina: alltägliche Demütigungen
Zurecht haben weltweit unzählige Menschen die Erschiessung von jungen, unbewaffneten palästinensischen Demonstranten durch israelische Soldaten verurteilt.Dabei ging meistens der ganz alltägliche Wahnsinn vergessen, der an den Chequepoints praktiziert wird, seit vielen, vielen Jahren. Was Navid Kermani schon 2003 (!) feststellte, hat sich bis heute nicht geändert:
Alle Palästinenser müssen dort «den Gewehrlauf eines zwanzig-, einundzwanzigjährigen Jungen passieren. Die jämmerlich improvisierte Anlage erfüllt so offenkundig den einen und einzigen Zweck, die Palästinenser zu demütigen, ihnen klar zu machen, wer ihr Land beherrscht …» (Ich habe in diesem Zusammenhang auch schon von Mobbing geschrieben …)
Kermani bemerkt weiter: «Ein Laboratorium ist der Chequepoint, in dem mit möglichst geringen Mitteln jene Aggression erzeugt wird, von der sich die Extremisten beider Seiten nähren.» (Meine Kritiker aus den Reihen der Israel-Lobby mögen bitte nicht überlesen, dass hier die Extremisten «beider Seiten» genannt sind.)
Gewaltfreier Widerstand
Der Autor propagiert dann gewaltfreien Widerstand: «Friedliche Massenproteste würden die israelische Regierung mehr unter Druck setzen als immer neue Selbstmordattentate.» Dies sind wie erwähnt Feststellungen aus dem Jahr 2003. Damit sind wir in der Gegenwart angelangt. Im SPIEGEL wurden nach den Vorfällen im Zusammenhang mit 70 Jahre Nakba der Vorschlag gemacht, die Palästinenser sollten endlich konsequent Gandhi und seine Methoden des gewaltfreien Widerstandes zum Vorbild nehmen. Man erinnere sich: Damit hat der Inder sein Volk befreit …
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