Karin Reinmüller

Ignatius zugeschrieben – von einer ganz anderen inspiriert

Am 31. Juli ist der Gedenktag von Ignatius von Loyola, also Gelegenheit, sich mal wieder mit diesem ehemaligen Soldaten und Gründer des Jesuitenordens zu beschäftigen. Dem wird häufig zugeschrieben, besonders im angelsächsischen Raum, er hätte seine Mitbrüder mit dem Satz «Geht, setzt die Welt in Brand!» motiviert. Die Vorstellung des älteren Ordensgründers, der junge Männer aus seiner rasant wachsenden Gemeinschaft mit dieser Anfeuerung zur missionarischen Arbeit in exotische Weltregionen schickt, ist filmreif. Nur hat sie leider ziemlich sicher so nicht stattgefunden. Das Ignatius zugeschriebene Zitat findet sich erst ein, zwei Generationen später im Orden und war vermutlich erst dann unter Jesuiten populär.

Und nicht mal die haben es wohl erfunden. Denn es war eine schwangere Frau, die einige Jahrhunderte früher träumte, sie würde einen Hund zur Welt bringen, der mit einer Fackel im Maul herumrannte und – die Welt in Brand setzte. Ihr Kind, auf das sich der Traum bezog, hiess Dominikus Guzman, er wurde zum Gründer des Dominikanerordens. Dieser Traum dürfte die Inspiration für die Jesuiten auf der Suche nach einer inspirierenden Formulierung gewesen sein. Vielleicht war ihnen das noch nicht einmal bewusst – schliesslich hatte ihr Ordensgründer unangenehme Erfahrungen mit Dominikanern bei der Inquisition gemacht. Aber anfeuern lässt sich dieser Männerorden bis heute vom Traum einer Frau.

Bild: Ricardo Gomez Angel aufUnsplash
31. Juli 2021 | 14:39
von Karin Reinmüller
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Ein Gedanke zu „Ignatius zugeschrieben – von einer ganz anderen inspiriert

  • Hansjörg sagt:

    Wenn am 31.6. an Ignatius erinnert werden soll, ist sicher der 1. August auch ein guter Tag um den Geburtstag der Schweiz zu feiern.
    Anlässlich dieses Tages muss auch wieder mal festgehalten werden, dass Frauen in unserem Land noch nicht sehr lange, und in der kath. Kirche absolut nicht gleichberechtigte und vor allem nicht gleichwertige Menschen sind. Die alten Männer in Rom wollen Ihre Macht nicht teilen und leben lieber nach 2000 jährigen, von Männern gemachten, Regeln.

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