Führt unser Essen zu Überschwemmungen? (Glosse)
Führt unser Essen zu Überschwemmungen?
Es wäre eine allzu steile These, wenn man schriebe: «Weil wir das Falsche essen, kommt es im Gefolge des Klimawandels immer wieder zu aussergewöhnlichen Überschwemmungen.»
Doch Fakt ist: «Ein Drittel aller menschengemachten Treibhausgase entstehen durch unsere Ernährung. Die Einsparungen, die durch klimafreundliche Ernährung erreicht werden können, übertreffen jene im Transport- und Energiewesen.» (Klimatopf, AT-Verlag Aarau)
Mit anderen Worten: Die 1,2 bis 1,5 Tonnen (!) Lebensmittel, die wir jährlich zu uns nehmen, sind keineswegs klimaneutral. Vieles, vor allem Fleischprodukte, ist für den Ausstoss von CO2verantwortlich.
Schuld daran sind zum Beispiel die Abholzungen im Gebiet des (brasilianischen) Amazonas. Ein grosser Teil der 50’460 Tonnen Fleisch, das wir letztes Jahr aus Brasilien importiert haben, stammt von Tieren, für den Aufzucht Urwald zerstört wurde. Und diese Rodungen haben zweifellos Auswirkungen auf das globale Klima!
Was nun? Sinnvoll ist es, weniger Fleisch zu essen. Weniger, nicht unbedingt gar keines. Dies könnte etwa heissen, dass nicht nur traditionelle Katholiken sich an das vorkonziliare Freitagsgebot erinnern und an jenem Tag kein Fleisch essen.
Oder, was ich hin und wieder (viel zu selten!) tue: Statt eine ganze Wurst oder ein ganzes Kotelett esse ich nur eine halbe Portion. Und beglückwünsche mich, dass ich zu 50 Prozent Vegetarier wurde …
Franziska Stöckli, Christine Brombach: Klimatopf. Zukunftsfähig. Nachhaltig. Genussvoll. AT-Verlag 2024. ISBN: 978-3-03902-245-8.384 S., CHF 49.–
Mehr als ein Kochbuch ist der prächtig gestaltete «Klimatopf». Das Werk enthält zwar fast 200 Seiten klimafreundliche Rezepte. Doch es enthält auch zahlreiche leicht verständlich formulierte Hintergrundinformationen über Ernährung und Klima, Nachhaltigkeit – und über das Essen mit Genuss.
Die vegetarischen und veganen Rezepte sind leicht umsetzbar. Die verwendeten Produkte sind weitgehend regional und saisonal. Das Buch zeigt anschaulich, wie ein «persönlicher, erst noch genussvoller Beitrag für die eigene Gesundheit und jene der Welt aussieht». (S. 11)
PS: Wer immer noch meint, «vegetarisch» bedeute einfach «nur Zutaten und kein Fleisch» wird hier eines leckeren belehrt …

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Johanna-Jessica OFS sagt:
Vegane Ernährung generiert halt vor allem weniger Nachfrage nach Tierquälerei. Mich befremdet oftmals, wie wenig Gedanken sich ausgerechnet Christgläubige zu machen scheinen, dass sie mit ihrem Geld gezielt Leid, Ausbeutung, Elend und Tod mitfinanzieren – das widerspricht explizit der Bibel, wo zwar historisch, notbedingt und traditionell Tierisches konsumiert wurde, wo aber ebenso hervor gehoben wird, dass der Schöpfungsplan Gottes ohne Qual und Tod entworfen wurde. Angefangen auf der ersten Seite, wo die ersten Menschen Früchte und Samen assen, zu Jesus Christus, der Brot statt Pessachlamm zur Eucharistie einsetzte, bis zur Offenbarung, wo Fressfeinde (wieder) gemeinsam Gras fressen. Wir alle sind bei diesem blinden Fleck mehr in der Pflicht!!!
Stadler Karl sagt:
Früher, zu Zeiten am Esstisch unserer Elterngeneration, gab es doch bei weitem nicht an jedem Tag Mahlzeiten mit Fleisch. Und dennoch wurden wir als Kinder gesund ernährt. Als in unseren Breitengraden der Wohlstand Einzug hielt und die Wirtschaft globale Vernetzungen zu entwickeln begann, wurde auch die Fleischproduktion und damit der Fleischkonsum intensiver. Aber es dauerte dennoch eine bestimmte Zeitspanne, bis es der Wissenschaft gelang, den Zusammenhang zwischen Ernährungsgewohnheiten und klimarelevanten Prozessen offenzulegen. Wir müssen deswegen jetzt nicht in Sack und Asche uns zeigen. Aber die ethischen Konsequenzen aus diesen neuen Erkenntnissen ziehen, und zwar in tierethischer wie in klimapolitischer Hinsicht, das ist das Gebot der Stunde. Ab und zu eine Wurst liegt immer noch drin, zumal Fleischgerichte ja wirklich schmackhaft sein können.
Hansjoerg sagt:
Ich habe meinen Verbrauch nicht nachgewogen, bin aber überzeugt, dass ich nicht 1,5 Tonnen pro Jahr an Nahrungsmittel zu mir nehme, das wären ja dann über 4 Kg pro Tag.