Walter Ludin

Empfehlenswert

Daniel Bogner: Ihr macht uns die Kirche kaputt … doch wir lassen das nicht zu! Herder 2020 | 2. Auflage | ISBN/GTIN978-3-451-39030-2 | 160 S. | CHF 24.90

Letztes Jahr wurden zwei «Standardwerke» der Kirchenreform veröffentlicht. Da ist zum einen das Buch «Reform. Die Kirche anders denken» – leider in einer Sprache geschrieben, welche nur theologisch Gebildeten einigermassen zugänglich ist. Und dann das «möglichst leicht und flüssig zu lesende» (so der Autor) Werk von Daniel Bogner mit dem provozierenden Titel: «Ihr macht uns die Kirche kaputt … doch wir lassen das nicht zu!»
Zwei der Hauptthesen des in Freiburg/Schweiz Moraltheologie lehrenden Verfassers: Die monarchischen, aus einer ganz anderen Zeit stammenden Kirchenstrukturen müssen endlich überwunden werden – durch eine kirchliche Verfassung mit Gewaltentrennung statt «Gewaltanhäufung». Und: Auf einen «Putsch von oben» hoffen – durch einen reformfreudigen Papst wie Papst Franziskus! – entspricht einem «absolutistischen Modell». Man ahnt es: Das Buch sorgt für reichlich Denkanstösse!

Zitat(e) 1
Auf den Papst hoffen?
«Ich finde es befremdlich, dass so viele Katholikinnen und Katholiken ihre ganze Hoffnung auf Papst Franziskus richten. Einer, der ganz oben ist, soll es nun richten! Was aber, wenn er anderes tut oder äussert, als man es von ihm erhofft? Oder wenn der Papst wechselt und das kommende Pontifikat andere Ziele verfolgt als das aktuelle?»
Daniel Bogner: Ihr macht uns die Kirche kaputt …

Auf den Papst hoffen … «Was ist das für ein absolutistisches Modell von Veränderung? Ein starker Mann an der Spitze muss es richten …»
Daniel Bogner: Ihr macht uns die Kirche kaputt …

Zitat 2
Beides: neuer Strukturen – neuer Geist!
«Kirchenreformer» fordern neue Strukturen – «Kirchenerneuerer» einen neuen Geist («Mission Manifest»). «Es scheint mir verhängnisvoll: dass beides gegeneinander ausgespielt wird. Denn es kann keine wirkliche Erneuerung des Christentums geben, wenn die kirchlichen Strukturen (…) ihre Funktion nicht mehr richtig erfüllen können. Geist und Strukturen dürfen nicht auseinanderdividiert werden. Denn sie bedingen sich wechselseitig. Man kann nicht begeistert ›Halleluja’ rufen und andere mit der eigenen Glaubensfreude anstecken, wenn von der eigenen Glaubensgemeinschaft beständig ungerechte, unrechte und kontraproduktive Impulse ausgesendet werden.»
Daniel Bogner: Ihr macht uns die Kirche kaputt …

Ite: Fussball und Religion – Der Tanz ums goldene Kalb
In den letzten Jahrzehnten hat der Fussball immer stärker an Anziehungskraft gewonnen und mittlerweile einen quasi-religiösen Charakter angenommen, mit ausgefeilten Ritualen und Abläufen. Diesem Phänomen widmet sich die erste Nummer von ITE im neuen Jahr.
In verschiedenen Hintergrundbeiträge geht ITE 1/2020 der Frage nach, wie der Fussball heute weltweit seine rituelle und zeremonielle Kraft entfaltet. Zwei weitere Artikel befassen sich mit dem Stellenwert des Fussballs für die letzten Päpste und im Vatikanstaat. Ein Beitrag widmet sich einer pseudo-kirchlichen Bewegung, in der der wohl weltberühmteste Fussballer der Gegenwart, Maradona, wie ein Gott verehrt wird.
Weitere Themen von ITE 1/2020 sind die Bedeutung der Juden für den deutschen Fussball in seinen Anfangsjahren sowie das Engagement einer kleinen NGO aus der Romandie, die in Burundi und Süd-Kivu (Kongo) Fussball als wichtiges Medium der Bewusstmachung einsetzt.

Gratis-Probenummern bei: Missionsprokura Schweizer Kapuziner, Postfach 1017, 4601 Olten. Telefon: 062 212 77 70. E-Mail: abo@kapuziner.org
Eine Auswahl von Artikeln unter: www.ite-dasmagazin.ch

Nachbemerkung von WLu
Soweit der Pressetext, den Beat Baumgartner als verantwortlicher Redaktor der genannten Nummer verfasst hat. Der Kapuziner Adrian (Ädu) Müller ist bekanntlich mein Nachfolger als ite-Redaktor. Die beiden bringen neuen Wind in die Zeitschrift. So hätte ich es wohl nicht geschafft eine solche Nr. herauszubringen. Fussball interessiert mich überhaupt nicht. Aber ich muss sagen: Dieses Heft habe ich mit grossem Interesse gelesen, da sich die Hintergrundartikel nicht bloss an Sport-Fans richten …

Covers © Walter Ludin
9. Februar 2020 | 16:40
von Walter Ludin
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