Peterskirche im Vatikan  © Walter Ludin
Walter Ludin

Aktuelles zum Fest und Peter und Paul

Wir feiern heute die beiden Apostelfürsten Petrus und Paulus. Eigentlich seltsam, dass wir die beiden so nennen. Petrus gilt als der Erste der Apostel, die Jesus auf den Strassen des Heiligen Landes nachgefolgt sind. Aber Paulus wurde erst später nach einem alles andere als christlichem Leben «Apostel» genannt.
So unterschiedlich die Lebensgeschichte und der Charakter der beiden war, haben sie doch vieles gemeinsam. Sie waren so begeistert von Jesus und seiner Botschaft, dass sie den Glauben bis an die Enden der damals bekannten Erde trugen. Und beide besiegelten ihren Glauben mit dem Tod als Märtyrer.
Petrus und Paulus hatte noch etwas gemeinsam: Unrühmliches, das die Bibel eigentlich überraschenderweise nicht verschweigt: Sie waren Sünder, ja recht schlimme sündige Menschen:

  • Petrus hat Jesus während seinen letzten Stunden drei Mal schmählich verraten. Während sein Herr vor seinem Tod verhört wurde, sagte Petrus drei Mal: «Ich kenne diesen Menschen nicht.» Und weigerte sich, Jesus unter das Kreuz zu begleiten.
  • Und Paulus war vor seiner Bekehrung ein höchst eifriger Christenverfolger. Er stand dazu und bekannte in einem seiner Briefe: «Ihr wisst, wie masslos ich die Kirche verfolgte und zu vernichten versuchte.»

Ja, wir feiern heute zwei Männer, von denen nicht nur Ruhmreiches zu berichten ist. Was könnte dies heute für uns bedeuten? Nur drei Stichworte:

  1. Jeder Mensch, der sich ehrlich von seinen Untaten abwendet, sie aufrichtig bereut, hat eine neue Chance verdient. Dies ist alles andere als selbstverständlich. Denken wir daran, wie man – wenigstens früher – in den Dörfern mit ehemaligen Strafgefangenen umging. Sie waren ihr Leben als Verbrecher stigmatisiert, sie und auch ihre Nachkommen.
  2. Dass aus Sündern, ja aus grossen Sündern Heilige wurden, ist auch für uns hoffnungsvoll. Wir werden wohl nicht heiliggesprochen, aber Gott nimmt uns an mit unseren Schwächen und Fehlern. Wir erfahren es fast Tag für Tag: Auch unsere Kirche besteht aus sündigen Menschen. Die Taten ihrer Versager sind sicher nicht zu rechtfertigen. Aber die Kirche bleibt die Kirche Jesu Christi, auch wenn sie nicht aus lauter vollkommenen Menschen besteht. Übrigens: Wenn wir meinen, nur Vollkommene gehörten zu ihr, hätten wir da in ihr überhaupt noch Platz?

Nur noch eine Bemerkung zum Petrus-Bekenntnis. Sie wurde bisher kaum einmal in Predigten erwähnt.
Auf die Frage Jesu, für wen die Jünger ihn hielten, sagte Petrus: «Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!». Darauf folgte die feierliche Verheissung Jesu: «Du bist Petrus – der Fels und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen … Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben.»
So weit, so gut. Jedem guten Christen, vor allem den Katholiken ist diese Bibelstelle geläufig. Wer aber erinnert sich an eine andere, im ersten Teil ganz gleiche Szene: Maria, der Schwester des Lazarus bekennt im Zusammenhang mit der Auferweckung ihres Bruders: «Du, Jesus bist der Messias, der Sohn Gottes.»
Also das genau gleiche Bekenntnis wie jenes des Petrus. Auf das Petrus-Bekenntnis folgte die erwähnte feierliche Verheissung. Auf das Bekenntnis der Maria: da folgt nichts. Ein höchst interessanter Befund im Bereich Frauen und Kirche. Ja, im damaligen gesellschaftlichen Umfeld konnte Jesus unmöglich eine Frau an die Spitze seiner Kirche setzen. Aber heute?
Predigt in der Kirche des Kapuzinerkloster Schwyz, 29. Juni 25, 8 Uhr

Peterskirche im Vatikan © Walter Ludin
27. Juni 2025 | 17:43
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 2  Min.
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2 Gedanken zu „Aktuelles zum Fest und Peter und Paul

    • Sorry, dass verstehe ich nicht. Kritik ist mir immer willkommen. Ich habe noch keine einzige gelöscht. Dass es verhältnismässig wenig (kritische!) Kommentare gibt, liegt nich an mir.

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