Walter Ludin

365 mal: «Wer hat heute Namenstag?»

Missionswandkalender 2018: «Segen sein»

Der Missionskalender von uns Kapuzinern ist erschienen. «Segen sein» heisst sein Motto. Hier der Pressedienst, der darüber informiert. Im Anschluss daran mein Edito, das ins Thema einführt.

(pd) Das Motto des Missionswandkalenders 2018, der von den Kapuzinern herausgegeben wird, lautet: «Segen sein». Im Vorwort schreibt Walter Ludin: «Wir dürfen füreinander zum Segen werden, indem wir etwas von Gottes Güte einander weiterschenken.»

Kurze Weisheiten (Bibelstellen, Aphorismen) und sorgfältig ausgewählte Bilder behandeln auf jeder Monatsseite das Thema originell und ansprechend. Hilfreich sind auch die rund 1000 Angaben zu Namenstagen.

Der Missionskalender ist zum Preis von CHF 8.– erhältlich bei: Missionsprokura der Schweizer Kapuziner, Postfach 1017, 4601 Olten. Telefon: 062 212 77 70. E-Mail: abo@kapuziner.org. Internet: www.kapuziner.ch/missionskalender


Ein Wort voraus

Das Wort «Segen» ist uns geläufig. Jeder Gottesdienst endet mit einem Segen. Doch dazu meinte eine Bekannte von mir: «Dass wir gesegnet werden, gehört einfach zum Ablauf der Liturgie. Wer denkt sich schon was dabei?»

Weil wir den vorliegenden Missionskalender unter das Motto «Segen sein» gestellt haben, fragen wir uns hier: Was bedeutet dies eigentlich? Versuchen wir eine Antwort auf der sprachlichen Ebene. Und ich stelle die These auf: Segnen ist ein besonders wirksames Sagen.

Ich denke, das ist mehr als ein Sprachspiel. Denn wir alle haben es schon erfahren: Es gibt Worte, die uns ein Leben lang begleiten. Sie haben unser Leben geprägt, im guten oder im schlechten Sinn. Wir haben gespürt: Worte können lähmen. Sie können auch beflügeln. Dazu ein Beispiel: Es kann einen jungen Menschen motivieren, wenn er immer wieder hört: «In dir steckt etwas. Du schaffst es.»

Oder wenn jemand zum andern sagt: «Ich liebe dich» – dann kann dies Wege öffnen für ein ganzes Leben, ein gemeinsames Leben.

Eine besondere Form des Sagens ist eben das Segnen. Lateinisch heisst dies: benedicere; was nichts anderes bedeutet als gut-sagen; oder Gutes sagen. So dürfen wir immer wieder Gott um seinen Segen bitten: darum, dass er uns Gutes schenke.

Und vergessen wir nicht: Als Gläubige sind wir nicht nur eingeladen, um den Segen Gottes zu bitten. Wir dürfen auch füreinander zum Segen werden, indem wir etwas von Gottes Güte einander weiterschenken. Vielleicht kennen Sie das schöne, eingängige Lied: «Ihr sollt ein Segen sein». Darin heisst es u.a.:

«In eurer Kraft sei Gottes Kraft

Es wirke durch euch Gottes Geist.

Durch eure Hände heile Gott.

Durch eure Güte wird Brot.»

Und ich denke, wir sollten eine neue Strophe erfinden. Sie würde etwa so lauten: «Unser Mund sage Worte der Ermutigung. Worte, die andere nicht lähmen oder klein machen; sondern Worte, die gut tun und Gutes tun.»

In diesem Sinne: Im Neuen Jahr sollt ihr  – oder besser – ihr dürft Segen sein; und auch vieles geschenkt bekommen, das euch gut tut und so zu eurem Segen wird.

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein gesegnetes 2018.

 

 

7. Oktober 2017 | 19:06
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 2  Min.
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