Zur Forderung von Frau Mauch
Zumindest der hier Schreibende ist der Forderung der Zürcher Stadtpräsidentin schon unzählige Male nachgekommen und hat immer wieder gemahnt und Hintergrund-Infos geliefert. Ich war auch etliche Jahre bei den Treffen zwischen der Schweizerischen Kommission Bischöfe-Priester und dem Verein Adamim, dem Verein schwuler Seelsorger, dabei und habe das Protokoll geschrieben. Ich weiss ziemlich genau, von was hier die Rede ist.
Zur Sache: Es ist einfach klar festzuhalten, dass sich die Würdenträger der katholischen Kirche mit dem Thema Homosexualität deshalb so schwer tun, weil sie ganz genau wissen, dass ihre Institution stärker als andere davon betroffen ist. Geht man gesamtgesellschaftlich von vielleicht 6-8% homosexuell veranlagter und fühlender Männer aus, so liegt der Anteil bei zölibatären Klerikern wohl deutlich höher. Ich schätze ihn bei 25-30%. Das heisst noch nicht, dass all diese Kleriker ihre Homosexualität auch leben; aber genau das heisst, dass sie sie verdrängen. Und das ist weitaus schlimmer. Denn: Verdrängte Homosexualität bei Klerikern kann zu Parthenophilie (klar von Pädophilie abzugrenzen – der Anteil von Klerikern ist dort nicht höher) führen. Damit tragen die kirchlichen Amtsträger (Regenten, Spirituale, Bischöfe) die Verantwortung für harmlose und weniger harmlose Übergriffe gegenüber Jugendlichen (Oberministranten, Jungwacht-und Pfadileiter und weitere Anvertraute). Die wissenschaftliche Datenlage ist recht klar, ich verweise nur auf Wunibald Müller und die Ergebnisse der Studien der Berliner Charité.
Die Rechte sämtlicher Texte sind beim Katholischen Medienzentrum. Jede Weiterverbreitung ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.


