Heinz Angehrn

Zum Festtag

Auf was soll man(n), Schweizermann und Schweizerfrau, an diesem Tag stolz sein? Auf was darf man stolz sein in einer Epoche, in der die braun Eingefärbten die Deutungshoheit über Nation und Nationalismus beanspruchen, in der ihr Guru, Uropa Blocher, mit seinen Reden immer noch die Säale füllt und seine Adlaten, etwa Roger Köppel und Peter Keller, diese Art der Erklärung unseres Landes politisch bedenklich umzusetzen versuchen?
a) Ich bin echt beleidigt, dass solche Gestalten das Label Schweiz derart in Beschlag nehmen konnten. Dieses herrliche Land (KG 564, Strophe 1) gehört uns allen. Das ist das Land von Jeremias Gotthelf und Friedrich Dürrenmatt, von Adolf Ogi und Ruth Dreifuss, von Lukas Reimann und Cédric Wermuth.
b) Ich bin stolz auf: Direkte Demokratie, Föderalismus, Subsidiarität und Neutralität. Ich bin so auf das Selbe stolz wie die bewussten Kumpane, aber ich deute diese politischen Errungenschaften anders. Die EU in ihrer furchtbaren Fehlentwicklung braucht uns und gerade diese Werte. Auch Gestalten wie Herr Putin könnten von uns lernen. Darum: Dialog, nicht Abschottung, mutiges Auftreten in Europa, nicht Einigeln. Kein geistiges Réduit.
Soweit die 1.August-Rede.

1. August 2015 | 07:23
von Heinz Angehrn
Lesezeit : ca. 1  Min.
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