Heinz Angehrn

Zum Beispiel

Ein Beispiel zu den hier schon angestellten Betrachtungen zu den Themen «Zentralismus auf allen Ebenen» und «Missachtung des Subsidiaritätsprinzips»:
In vielen Pfarreien bzw. evangelischen Kirchgemeinden gibt es konfessionelle und/oder ökumenische Arbeitsgruppen, die sich um die Aktionen im Umfeld von «Fastenopfer» und «Brot für alle» kümmern und dabei auch Projekte, die für ein oder mehrere Jahre unterstützt werden, auswählen. Solche Gruppen funktionieren durchaus auch etwas autonom, leisten aber wertvollen ehrenamtlichen Einsatz. Nun trafen sich da die Hauptamtlichen des Grossgebiets St.Gallen, und es entstand plötzlich die Idee, das Gebiet als Ganzes könnte jeweils ein einziges Projekt auswählen und unterstützen. Praktisch, kostensparend, Organisationsaufwand-vermindernd, gewiss. Aber ein Gedanke in Missachtung der bestehenden Gruppen und ihrer Arbeit.
Es sei wieder einmal zitiert: Ein grösseres Organisationsgebilde soll Aufgaben der kleineren Gebilde in ihm nur dann übernehmen, wenn diese zur sinnvollen Erfüllung der Aufgabe nicht mehr in der Lage sind. Oder (CH-Untervariante): Wenn diese Verlagerung in einem demokratischen Prozess unter Einbezug der Betroffenen mehrheitsfähig ist (vgl. Entscheid der Glarner Landsgemeinde zur Neugestaltung der Gemeinden bzw. jetzige Planung für eine Fusion der Kirchgemeinden Eggersriet und Grueb SG).

27. März 2009 | 07:45
von Heinz Angehrn
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