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Zoghby und Journet – die Diskussion geht weiter

Der melkitische Erzbischof Elias Zoghby stiess mit seiner Rede über die Unauflöslichkeit der Ehe vom 29. September 1965 eine heftige Diskussion an. So verwies nach der Kritik durch Kardinal Journet am 30. September in der Konzilsaula wenige Tage später Patriarch Maximos IV. darauf, dass Zoghby lediglich in seinem eigenen Namen gesprochen habe.
Zoghby seinerseits ergriff am 4. Oktober 1965 erneut das Wort und betonte, dass er keineswegs «den Grundsatz der Unauflöslichkeit der Ehe in Frage stellen wollte. Er habe nicht vorgehabt, die Ehescheidung zu erlauben, sondern nur die Möglichkeit sondieren wollen, den von der Kirche bereits anerkannten Dispensen eine weitere hinzuzufügen» (A 5, 186).
Neben der Sachfrage der Unauflöslichkeit der Ehe stand im Hintergrund der Diskussion zwischen Zoghby und Journet auch die grundsätzliche (und konkret anhand diverser kirchengeschichtlicher Beispiele ausgetragene) Frage der Hermeneutik zur Debatte. Jenseits der einzelnen kirchengeschichtlichen Argumente war dabei nicht zuletzt auch ein je unterschiedlicher Ausgangspunkt im Spiel: Während Journet die Dimension des göttlichen Rechts betonte, suchte Zoghby die Reichweite des kirchlichen Rechts auszuloten.
(mq; s. auch Guy Boissard, Charles Journet 1891-1975, Paris 2008, 514f)

1. Oktober 2015 | 00:01
von Konzilsblogteam
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