Zitate IV
Und dann wird es erst recht spannend, wenn es um das «Eingemachte» katholischen Selbstverständnisses geht:
«Die Versuchung, das depositum fidei zu vernachlässigen und sich selber nicht als Hüter, sondern als Besitzer und Herren zu verstehen oder andrerseits die Versuchung, die Realität zu vernachlässigen und eine einengende Sprache zu benutzen und so zu sprechen, dass man viel redet und nichts sagt.»
Das ist nun natürlich wiederum absolut subversiv. Ich wiederhole meine Einleitung von früher: Der oberste Chef unserer Kirche setzt in einer klar parallel gesetzten Argumentation das «depositum fidei» und die «Realität» auf die gleiche Ebene. Es folgert nur eines: Für ihn ist die Realität ebenso Wahrheit wie die Tradition. Da weht ein ganz neuer Wind.
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