Zappelmaurice
Vorbemerkung: Ich weiss, dass ich mir mit diesem Kommentar wieder Ärger und Tadel einbrocken werde, aber da er (Kommentar wie Ärger) nicht kirchlich-theologischer Natur ist und mich darum nicht um Anfragen der heiligen Inquisition fürchten lässt, mache ich es trotzdem und mit Engagement (aus dieser Wortwahl darf ruhig gefolgert werden, dass ich hier gerne auch Anderes mit Engagement schreiben möchte…).
Also: Da war gestern das Konzert des Meisterzyklus in St.Gallen überrannt, es musste der hintere Teil des Saals geöffnet werden, die Bratwurstprominenz floss in reichen Strömen. Warum dies? Nicht Grigory Sokolov war da, nein, der kommt erst im Mai (dann wird der Saal leider leider nicht gleich gut gefüllt sein, Barbari seid Ihr, meine Bratwurst-Landsleute!), sondern Maurice Steger zum Barock-Programm «Mr Corelli in London».
Von mittlerem Widerwillen geplagt verliessen wir das Konzert bei Halbzeit. Der bezog sich nicht auf Mr Corelli und Co (auch nicht auf Ruedi Lutz, der die Sonaten 8 und 10 papiermässig verwechselte und etwas ratlos mit dem linken Kleinfinger pianissimo spielte, während die rechte Hand nach den Noten suchte), sondern auf Mr Steger, der es für nötig befand, statt als grosser Künstler als Verschnitt von André Rieu, Francine Jordi und Altmeister Mick auf der Bühne herum zu toben und zu zappeln. Das Publikum verstand die Geste und applaudierte in alle Sätze der Sonaten hinein.
Mr Steger rate ich, nächstens mit den Oesch’s aufzutreten. Oesch’s die Vierten mit der flotten Flöte!
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