Walter Ludin

Wortgottesdienste

Fördert der Papst die «Protestantisierung der Kirche»Immer öfter wird es fast zur Norm, dass in den Pfarreien am Sonntag in Ermangelung von Priestern Wortgottesdienste gefeiert werden. Eine zwiespältige Sache: Einerseits wird der Wort des «Wortes» erfahren. Auf der andern Seite wird gezeigt, dass es auch ohne Eucharistie geht, obwohl das Konzil diese als Höhepunkt des kirchlichen Lebens bezeichnete.In diesem Zusammenhang ein interessantes Wort von B 16:
«Als ich Erzbischof von München war, hatte man dieses Modell der Wortgottesdienste ohne Priester geschaffen, um die Gemeinde in ihrer Kirche sozusagen präsent zu machen. Und sie sagten: Die Gemeinde bleibt bestehen, und wo es keinen Priester gibt, halten wir diesen Wortgottesdienst…und nach einer längeren Zeit haben sie erkannt, dass das auch schiefgehen kann, weil man den Sinn für das Sakrament verliert; es entsteht eine Protestantisierung, und wenn es am Ende nur das göttliche Wort gibt, dann kann ich es auch bei mir zu Hause feiern.»
Ist der Ratzingerpapst sich bewusst, was er da sagt: Wenn er wegen dem Festhalten am Zölibatsgesetz verhindert, dass Eucharistie gefeiert wird, trägt er nach seiner eigenen Logik zu «Protestantisierung» der Kirche bei.

8. Februar 2012 | 01:06
von Walter Ludin
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