Wir sind Weltmeister im Altwerden: Bedrohung oder Chance?
Hilfe, wir leben länger!
Unter diesem Titel schrieb Patrik Müller in der «Schweiz am Sonntag» einen provozierenden Artikel (ein Auszug):
Die Schweiz liegt jetzt punkto Lebenserwartung erstmals weltweit an der Spitze. Das ist eine vorbehaltlos gute Nachricht. Doch wenn sich die Politik mit der steigenden Lebenserwartung befasst, geht es fast immer um unschöne Dinge. Das zeigte sich diese Woche bei der Diskussion um die Rentenreform, die Bundesrat Alain Berset vorgestellt hat. Sie bringt lauter Unannehmlichkeiten mit sich: Tiefere Renten, höhere Mehrwertsteuer, Erhöhung des Rentenalters für Frauen auf 65. Fast nur darüber wurde gesprochen. Hilfe, wir leben länger! Höhere Lebenserwartung als Bedrohung? Das ist grotesk. Wir müssen lernen, die demografische Entwicklung als das zu sehen, was sie ist: Eine grosse Chance für jeden Einzelnen und für die Gesellschaft als Ganzes, für das Zusammenspiel der Generationen. Im Kleinen ist das längst geschehen: Die Rolle der Grosseltern wird in vielen Familien wichtiger, vor allem, wenn beide Eltern berufstätig sind. Es ist Zeit, dass auch in der Politik ein Umdenken einsetzt.
Nur zwei Bemerkungen dazu:
· Wären wir zur Zeit der Pfahlbauer geboren worden, würden wir kaum über 20. Und wären wir in gewissen Ländern Afrikas zur Welt gekommen, wären die meisten schon vor dem 50. Lebenssjahr gestorben. Ja wirklich: ein erstrebenswertes Ideal?
· Und nicht zu vergessen: Wir haben immer weniger junge Leute. Fachmenschen, die ohne Scheuklappen in die Zukunft blicken, meinen: Hier sind die Einwanderer nicht nur eine Chance, sondern eine Notwendigkeit.
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