Walter Ludin

Wieder einmal: Streit ums Konzil

Nach hinten oder nach vorne?Die Frage, wie das 2. Vaticanum zu interpretieren sei (nach hinten oder nach vorne ….) ist längst nicht gelöst. Dazu aus dem Vortrag von Weihbischof Krätzl, notabene Mitglied des «ordentlichen Lehramtes»:
Für mich zeigt sich in dieser nachkonziliaren Ära folgendes Szenario: Theologen fühlten sich zu Recht herausgefordert, die offen geblieben theologischen Fragen nun weiter zu entfalten und auch Konsequenzen für das Leben der Kirche daraus zu ziehen. Das kirchliche Lehramt hingegen versäumte vielfach, dies offiziell nachzuvollziehen und begnügte sich mit einer Interpretation des Konzils aus der Tradition heraus, anstatt den Fortschritt anzuzeigen und voranzutreiben. Das führt zu einer sehr unterschiedlichen Hermeneutik der Konzilstexte, worin ich eine der Hauptquellen der Unruhe, Unsicherheit und auch der Polarisierung in der Kirche heute sehe. Dazu kam, dass die Freiheit der Theologen durch verschiedene römische Weisungen eingeschränkt wurde, gegen manche Theologen Lehrverfahren eröffnet wurden, und man von Rom bestimmte Fragen aus der Diskussion heraushalten wollte.Da kann man nur hinzufügen: Leider hat der Mann in allem Recht ….

20. Januar 2010 | 01:05
von Walter Ludin
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