«Wie viel verdienen Sie?» Zur Mindestlohn-Initiative
Ich finde es immer äusserst peinlich, wenn ein gut oder sehr gut verdienender in Artikeln schlechter Verdienenden beibringen möchte, sie sollten mit ihrem Hungerlohn (working poors) zufrieden sein. Jemand hat mal vorgeschlagen, der Autor solle in solchen Fällen hinzufügen, wie viel er selber verdient. Also etwa: Hans Meier (15 000) setzt sich für Löhne von 3500 ein. Wenn dies zur Norm würde, würde es im Blätterwald merklich stiller.
Nehmen wir als Beispiel die Zeitschrift «Schweizer Monat», früher «Schweizerische Monatshefte». Ich möchte es als «super-neoliberales Blatt " bezeichnen. Die WOZ sieht es in der autoritären und sozialdarwinistischen Tradition.
Chefredaktor und Herausgeber René Scheu nun schreibt in der Aprilausgabe die Mindestlohn-Initiative in Grund und Boden. Um die Glaubwürdigkeit seiner Argumentation sicherzustellen, kann er uns sicher mitteilen, wie hoch sein Lohn ist (s.oben) …
Ich weiss, solche Kreise sind sich bewusst, dass man mit sehr geringen Löhnen nicht leben kann. Aber da gibt es doch noch die Sozialhilfe, spricht den Steuerzahler. Aber just diese Kreise haben das Credo der «Steuer-Optimierung».
Brisantes Detail: In der gleichen Nummer wird der Wunsch geäussert, es möge die allgemein akzeptierte Erkennung reifen, dass der «Kampf gegen Steuerhinterziehung» (im Text zwischen Anführungs- und Schlusszeichen!!) «keineswegs zur obersten Staatsraison gehört.»
Uli Hoeness lässt grüssen …
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