Wie Ratzinger sich ungern von der lateinischen Messe verabschiedete
»Nur ein kleines Häuflein der Nostalgiker der alten lateinischen Messe hofft bislang vergeblich auf eine Wiedergeburt.» So schreibt Hanspeter Oschwald in seinem bereits zititerten «Vatikan»-Buch.
Und weiter: «Die hat nicht einmal der traditionalistische Papst aus Polen durchsetzen können, obwohl der Kreis jener Katholiken immer grösser wird, die in der Kultursprache Latein ein religiöses Klima suchen, wie es Buddhisten mit Gebetsmühlen erzeugen. Zu dem Häuflein hat sich inzwischen, wie er in seiner 1981 endenden Autobiographie verrät, auch der deutsche Kurienkardinal Joseph Ratzinger bekannt. Im Nachhinein fiel ihm der Abschied von der volksfernen lateinischen Messe schwerer, als er früher zugeben wollte.»
Übrigens: in seinem vor 15 Jahren erschienen Buch meint der Autor, Ratzinger könnte Papst werden, wenn er wollte. Doch: «Er will nicht. Der heute 70jährige ist gesundheitlich angeschlagen. Ausserdem, so wissen Insider zu berichten, hat in der kuriale Betrieb in Rom müde gemacht.» Nun, die Konsequenzen zog er erst 15 Jahre später.
Noch was: Oschwald meint, an der Spitze der Spekulationen um den neuen Papst stehe (1998) Kardinal Martini, «der allerdings, o Graus, ein Jesuit ist. Ein Mitglied der Gesellschaft Jesu als Papst wäre eine so grosse Premiere, intern vielleicht noch mehr als die Wahl eines Polen zum Papst.
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