Walter Ludin

Wie lange noch: Unendliches Wachstum in einer endlichen Welt

«Der Club of Rome hat errechnet, dass die Fortschreibung von Wachstumstrends in die Kathastrophe führt.» Aus einer «technokratischen Utopie wurde also eine negative Utopie gemacht.»
Diese Sätze fallen in einem Gespräch, das vor 30 Jahren der SPD-Politiker und Querdenker Erhard Eppler mit dem Schriftsteller Michael Ende (Momo, die Unendliche Geschichte führte). Ich las das Buch über ihren Dialog vorgestern im Luzerner Stadtbus. Zwischendurch fällt mein Blick auf den News-Monitor mit der Meldung, führende Wirtschaftsfachleute würden für die Schweiz mit einem Wirtschaftswachstum während den kommenden 12 Monaten rechnen.
Die Wachstums-Euphorie ist also nach wie vor ungebremst. Kaum jemand fragt, wie unendliches Wachstum in einer endlichen Welt möglich sei. Und was wachsen solle: die Zahl der Strassen, die konsumierten Medikamente, die Verkehrsunfälle (die sich ja positive aufs Wachstum auswirken: Garagen, Spitäler usw.).
Wie lange noch hängen wir an einem Wirtschaftssystem, das ohne Wachstum offenbar nicht auskommt?  

24. Juli 2013 | 01:23
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 1  Min.
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