Wie konsumieren wir weniger?
Ohne Mangel zu leiden, können wir den privaten Konsum auf ein vernünftiges Mass zu reduzieren. Angeregt von Franz Hochstrasser nenne ich hier einige zum Beispiel:
– Den Kindern weniger schenken. Im Kinderzimmer meiner Grossnichte sah ich wohl über 50 Plüschtiere. Und ich erinnerte mich an den einen Teddybären meiner Kindheit. Wir haben ihn heissgeliebt. Aber wie kann man 50 Plüschtiere lieben? Darum: Kindern Zeit schenken statt weitere Haufen von Spielzeug. (Vielleicht in Form eines Besuchs im Zoo, im Verkehrshaus oder einer Fahrt auf dem Vierwaldstättersee …)
– Gebrauchsgegenstände miteinander teilen: zum Beispiel den Rasenmäher und die Borer. Warum muss ich Gegenstände anschaffen, die ich nur alle paar Wochen oder alle Schaltjahre einmal brauche?
– Gegenstände reparieren statt wegwerfen; oder sie behalten, auch wenn sie nicht mehr niegelnagelneu aussehen! Ein persönliches Beispiel: Meine Reisetasche hatte die eine oder andre Gebrauchsspur. Ich ging in ein Warenhaus, das dafür bekannt war, solche Gegenstände zu einem vernünftigen Preis anzubieten. Ich fand keine passende Tasche und entschloss mich, die alte vorderhand zu behalten. Im buchstäblichen Sinne «fuhr» ich damit recht gut, bis ich fast 20 (!) Jahre später bei der Liquidation eines Lederwarengeschäfts eine neue zum Schnäppchenpreis fand.
Ich habe hier die folgende Rezension zwar auch schon im Blog veröffentlicht. Damit ihr sie nicht suchen müsst (was allerdings dank der guten Suchfunktion der Kirchenblogs recht einfach ist, ist sie hier nochmalsJ
Franz Hochstrasser: Konsumismus. Kritik und Perspektiven. oekom 2013. ISBN/EAN978-3-86581-326-8. 361 S., ca. Fr. 27.90
(WLu.) Der Psychologe Franz Hochstrasser beschreibt in seinem Buch den Konsumismus sehr anschaulich – mit zahlreichen Beispielen aus dem Alltag – als eine «Kultur, die vom Konsum geprägt ist». Mit Blick auf die Konsumenten weist er nach, dass heute Menschen nicht nach dem beurteilt werden, was sie für die Gesellschaft leisten, sondern nach dem, was sie sich leisten können (»demonstrativer Konsum»).
So pessimistisch der Autor in seiner Analyse auch ist, entwickelt er doch eine optimistische Handlungsperspektive: «so handeln, als ob das Bessere möglich wäre». Das sehr lesenswerte Buch wird damit zur Anstiftung, dem Konsumismus in die Räder zu greifen.
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