Wie geht es den «kritisch-aktiven» Gläubigen?
Unterwürfungssüchtige Eiferer, «Taufscheinchristen»/Fernstehende, Fortschrittlich Aktive: In diese drei Kategorien teilt H. Kohlmaier die hiesigen röm-kath. Gläubigen ein. Ich greife hier das heraus, was er über die dritte Kategorie sagt – die wohl hier im Blog stark vertreten ist.
Es ist an dieser Stelle eigentlich nicht notwendig, jene Kategorie von Angehörigen der Kirche zu beschreiben, die mit dem gegenwärtigen Kurs der Hierarchie nicht einverstanden sind und sich deshalb für Veränderungen einsetzen. Es sind Männern und Frauen, die eine starke Bindung zu Kirche und Glauben haben und sich aus diesem Grund eine Erneuerung wünschen. Man ist der Hoffnung, dass der Reformgeist des Vatikanums weiterhin fortwirken möge und tritt dafür ein.
Diese Aktivisten sind in einer deutliche Minderheit, die sich aber mit der Meinung der weitaus überwiegend kritischen, aber eher abseits stehenden Katholiken in Übereinstimmung weiss. Welche Perspektiven gelten für sie? Bisher wurde man ignoriert und zurückgewiesen, liess aber trotzdem eine gute Portion von Unverdrossenheit und Geduld walten, wenn auch da und dort bereits Resignation auftritt. Ein gewisser Auftrieb zeigt sich nun durch die mit Franziskus eingetretene Wende auf dem «Stuhl Petri»; ob die Erwartungen sich erfüllen, bleibt freilich ganz ungewiss.
Man strebt ja nach einschneidenden Änderungen, von denen das etablierte System nichts wissen will und dagegen beharrlich ankämpft. Auch, um einen progressiven Denkens verdächtig gewordenen Papst im Zaum zu halten.
Nicht zu Unrecht wird immer wieder gemeint, dass es sich bei den auf Reformen Drängenden um eine im Abtreten befindliche Kategorie vorwiegend Älterer handle. Tatsächlich engagieren sich da wenig Junge, sowohl im Stand der Laien als auch bei Priestern, die fortschrittlich gesinnt sind. Diese Geistlichen treten allmählich in den Ruhestand und der Nachwuchs steht – sofern überhaupt vorhanden – anderswo. Nicht selten vom Konservativismus angezogen, der Sicherheit im Beruf verheisst. Bei den «normalen» Katholiken der jüngeren Generation nimmt die Distanz zur Kirche ohnedies dramatisch zu. Sie sehen nur, wie die Kirche ist, während sich ihre Eltern noch eine andere vorstellen können.
Fortsetzung morgen an dieser Stelle
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