Walter Ludin

Wie eine progressive kirchliche Zeitschrift den Islam verleumdet. (Skandalöses aus Wien)

Missverständnisse, ja Verleumdungen noch und noch: So muss das Verhältnis von vielen Christen mit dem Islam umschrieben werden. Selbst in der sehr offenen Zeitschrift «Kirche in» aus Wien ist haarsträubender Unsinn zu finden.
Zuerst eine Meldung aus Luzern:
«Ja, es gibt rechtlichtliche Normen im Koran, aber das ist nur ein sehr kleiner Teil», sagte Mouez Khalfaoui in Luzern. Und die Scharia, die immer wieder zitiert werde, sei auch nicht unumstössliches Recht, sondern weise viel mehr den Weg zur Rechtsauslegung. Doch im frühen Islam, so der Tübinger Professor, hätten sich unterschiedliche Rechtsschulen entwickelt, die bis heute bestehen. «Von allen Muslimen, die ich kenne, spricht sich überhaupt gar niemand fürs Hände-Abhacken aus», so Khalfaoui. Doch ausgerechnet solche extremen Haltungen würden immer wieder als Bild für den Islam, für das islamische Recht herangezogen.
Damit sind wir bei einem Ärgernis, auf das ich in fast jeder Ausgabe der von mir sonst sehr geschätzten Zeitschrift Kirche-in stosse. In der vorletzten Nummer endete ein Artikel mit dem Fazit, die gewaltbereiten Djihadisten seien jene, die den Koran am besten verstünden.
In der letzten Ausgabe wird behauptet, Muslime, die sagen, der Islam sei eine Religion des Friedens, erlägen einem «Wunschdenken» oder sie würden uns täuschen – dies sei «ein mit andern Mitteln praktizierter Djihad». Dann folgt – wie schon in einer Nummer zuvor – eine Auflistung von Koranstellen, die zur Gewalt aufrufen.
Szenenwechsel: In der neuesten Ausgabe gibt’s eine Seite mit abstrusen Aussagen von kirchlichen Autoren/Synoden usw. Zum Beispiel ungetaufte Kinder seien «Genossen des Teufels». Oder: Wer sich von der Römischen Kirche absondere, sei aus der christlichen Kirche fortgejagt
Selbstverständlich behauptet die Redaktion nicht, man fände hier die heute noch gültige katholische Lehre. Aber «schlimme» Suren des Korans werden zitiert, um zu zeigen, welches die Lehre des Korans bis heute ist. Ungleiche Massstäbe ….

24. April 2015 | 01:07
von Walter Ludin
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