Heinz Angehrn

What's new on the western front?

Das Opernhaus Zürich hat den Spielplan 15/16 präsentiert. Beginnen wir mit der besten Nachricht: Frau Gürbaca hat keinen neuen Regie-Auftrag erhalten, sie wird uns nicht noch eine weitere schöne Oper verunstalten können (in der Saison). Fahren wir fort mit der traurigen Nachricht: Nur ein einziges Werk von Richard dem Grossen (der «Holländer») in einer Spielzeit, mager, mager. Auch nur ein Strauss, die schreckliche Kusej-Inszenierung von «Elektra», nochmals mager. Daneben beglückt uns Herr Homoki wieder mit viel Moderne, Berg und Rihm. Da geht niemand hin ausser den braven Abo-Besitzern und der Presse!
Und dann, das fällt nun wirklich auf, neben einem neuen Verdi (»Macbeth») und einem neuen Puccini (»Bohème», erstmals Michael Fabiano in Zürich, ein Tenor, der gut singt und auch gut aussieht, selten…) gleich zweimal Bellini, das Schlafmedikament unter den Komponisten. Trotzdem werde ich da wohl hingegen müssen, denn es singen Signora Bartoli (ihre erste Norma) und Senor Florez (»I puritani», der Chef selber inszeniert – wieder eine Oper in der Schuhschachtel?).
Der Spielplan wird die Kassen nur bei den Stars klingen lassen. Zumal noch «Pélleas et Melisande» angesagt ist, die Oper, von der Rudolph Bing schrieb «Wir haben beheizte Taxis geschickt, es kam niemand.»¨Daneben von mittlerem Interesse: Marthaler inszeniert «Il viaggio a Reims» und Purcells «King Arthur».
Wiederaufgenommen wird allerdings auch «The turn of the screw». Da müsst Ihr/müssen Sie hin, das ist schlechthin genial. Und das must überhaupt: Bryn Terfel singt Falstaff!!! Gehen, hören, sehen, staunen.

27. März 2015 | 06:46
von Heinz Angehrn
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