Walter Ludin

«Wer Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten.»

Wir sind daran mitschuldig, dass es Flüchtlinge gibt. Übertrieben? Lest das Folgende und urteilt selber.
Martin Spilker, der Chef von kath.ch in einem Kommentar: Dieser Papst sagt klipp und klar und immer wieder neu: Die Ursachen für diese Flüchtlingsströme sind – vielleicht nicht nur, aber auch – in Europa zu suchen. Entsprechend gilt der Aufruf, etwas gegen diese humanitäre Katastrophe zu unternehmen, zuerst einmal den Menschen in Europa. Die Schweiz ist selbstverständlich mitgemeint.
Und aus einem kath.ch-Bericht von vorgestern:
«Die (Bodensee)Friedensmarschteilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz waren am Vormittag durch unter dem Motto «Wer Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten» die Hafenstadt Romanshorn gezogen und hatten an verschiedenen Stationen für Kundgebungen Halt gemacht. Dabei wurden auf Plakaten und Spruchbändern auf Flüchtlingsdramen und Kriege hingewiesen.
Die allermeisten Opfer bewaffneter Konflikte seien unschuldige Zivilisten, wurde dabei festgehalten. «Opfer auch von Waffen, die hier am Bodensee produziert wurden», wird der Friedensaktivist und Mitorganisator Arne Engeli in der Mitteilung zitiert. Denn rund um den Bodensee, so halten die Organisatoren fest, würde in rund 20 Betrieben Militärtechnik hergestellt.
Noch deutlicher sagte es Ulrich Tilgner, bei der Abschlusskundgebung: Der Nahost-Experte und Buchautor warf dem Westen eine «Mitschuld an den zunehmenden blutigen Konflikten, dem Erstarken des Terrors und der höchsten Zahl von Flüchtlingen auf der Welt seit dem Zweiten Weltkrieg» vor.

Tilgner begründete seine Haltung damit, dass die aktuelle Flüchtlingskrise das Resultat einer verfehlten Sicherheitspolitik westlicher Staaten im Nahen Osten und Terroranschläge Teil einer «Kette des Irrsinns» seien. Waffen- und Kriegsmaterialexporte hätten zu Elend und politischen Katastrophen beigetragen.»

Bekanntlich macht auch die Schweiz wacker mit bei den Waffenexporten. Man erinnert sich: Nicht zuletzt «dank» den «christlichen» Politikern Niederberger (NW) und Lustenberger (LU) muss die Schweiz ihre Exporte nicht einschränken wegen Rücksicht auf Menschenrechtsverletzungen. Die beiden haben im Herbst nicht mehr kandidiert. Aber wer hatte sie vorher gewählt??

30. März 2016 | 01:04
von Walter Ludin
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