Wer kämpft gegen wen?
Die Phase der Abstimmungen ist erreicht. Am 17. September 1964 werden die Ergebnisse der Abstimmung über das 1. Kapitel von Lumen gentium bekannt gegeben (2114 Ja, 11 Nein, 62 Placet iuxta modum – eine davon wie gesehen von Abt Basilius Niederberger von Mariastein). Es folgt die Relatio (eine Erläuterung) zum 2. Kapitel und sogleich die Abstimmung über dieses. Wie Yves Congar schon zur ersten Abstimmung vermerkte, ist es eine Neuerung, dass gleich nach den Relationes abgestimmt wird, wodurch es schwieriger wird, geeignete Modi (Veränderungsvorschläge) zu formulieren (vgl. Co 1,140). Zudem macht sich bemerkbar, dass Kapitel 1 und 2 weit weniger Aufmerksamkeit erfahren als das wegen des Themas Kollegialität umstrittene Kapitel 3 (vgl. Konzilsblog vom 9.9.2014).
Diskutiert wird nun noch über das letzte Kapitel, das über Maria. P. Balić verfolgt die Debatte aufmerksam und sagt gegen Schluss in triumphierendem Ton zu Henri de Lubac: «Ah! Die Jungfrau Maria verteidigt sich heute gut!» Worauf der Jesuit ihm die Hand auf den Arm legt und entgegnet: «Père Balić, sprechen Sie nicht so, das ist schlecht. Niemand hier hat die heilige Jungfrau angegriffen; alle verteidigen sie» (Lu 2,121f). Bei P. Balić kommt diese Bemerkung nicht gut an.
(emf)
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