Wenn Liebe zum Vaterland blind macht
Auch hierzulande grassiert in bestimmten Kreisen der Nationalismus. Was übersteigerte Liebe zum «Vaterland» bedeuten kann, musste der Theologe Heinz Missalla als junger Soldat erfahren.
Er las auf einem Flak-Turm die mutigen Predigten des Münsteraner Bischofs von Galen gegen die Euthanasie. Mit Entsetzen musste er aber auch feststellen, dass der selbe mutige Kirchenfürst (ein zutreffender Ausdruck) die unbedingte Gehorsams- und Kampfbereitschaft der katholischen Soldaten betonte:
«Wir Christen werden treu unsere Pflicht tun, im Gehorsam gegen Gott, aus Liebe zu unserem deutschen Volk und Vaterland.» Und dies mitten im Krieg, der von Hitler angezettelt wurde.
Zur gleichen Zeit forderten die Bischöfe die Gläubigen auf: «Mit der ganzen Autorität unseres heiligen Amtes rufen wir auch heute wieder zu: Erfüllt in dieser Kriegszeit eure vaterländischen Pflichten aufs treueste. Lasst euch von niemandem übertreffen an Opferwilligkeit und Einsatzbereitschaft.»
(Aus Missallas Autobiographie «Nichts muss so bleiben wie es ist. Mein katholisches Leben im 20. Jahrhundert)
Die Rechte sämtlicher Texte sind beim Katholischen Medienzentrum. Jede Weiterverbreitung ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.


