Wenn ich «nichts» mehr bin
Vor etlichen Jahren, irgendwo im deutschen Sprachraum: Ein Bischof hatte gerade vom Papst die Nachricht bekommen, dass seine Demission angenommen sei. Er hatte zwar unter seinem Amt gelitten, doch: Als er am selben Abend mit einem Vertrauten bei einem Glas Wein zusammensass, seufzte er: «Jetzt bin ich nichts mehr.» «Nein», war die Antwort. «Jetzt sind Sie sich selber.»
Ich habe nicht nachgefragt, wie der Ex-Bischof darauf reagiert hat. Doch ich wurde nachdenklich: Was werde ich sein, wenn ich «nichts» mehr bin? Nicht mehr Redaktor mehrerer Print-Medien (Eine-Welt-Zeitschrift ite; Franziskuskalender …), nicht mehr «Wanderprediger», nicht mehr Blogger? Nur noch ich selber!
Ich hoffe, Sie/euch provoziert zu haben, auch sich die Frage zu stellen: «Wie werde ich mich fühlen, wenn ich nur noch ich bin?»
PS: Monika Stocker, eine «alte» Bekannte von mir, schrieb kürzlich bei kath.ch, sie habe Mühe mit dem Bruderklausen-Gebet «Nimm mich mir …». Ich auch! Ich bewundere alle, die das Gebet vorbehaltlos «vollziehen» können.
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