Wenn eine menschenferne Kirche die Welt verteufelt ....
Kostprobe aus meinem Beitrag in Raussers Kirchenbuch (vgl. Rezension vom Dienstag):
Wo steht die Kirche heute? Kurt Marti hat eine Inschrift zitiert, die im Mai 68 in Paris auf einer Mauer stand: «Wisst ihr, ob es heute noch Christen gibt?» Und kürzlich outete sich jemand auf einem Cartoon als Christ und wurde interessiert gefragt: «Was macht man denn da so, wenn man Christ ist?» Oder gemäss dem Thema unseres Buches: «Die Kirche – was macht die denn so?»
(….) Gleichzeitig meinen viele von ihnen, gottgefällig zu wirken, wenn sie in einer dauernden Opposition zu Welt leben. Diese ist für sie des Teufels. «Anpassung an den Zeitgeist» wird zum Schimpfwort. So kommt die Aussage eines Kirchenliedes völlig unter die Räder: «Gott liebt diese Welt … Wohin er uns stellt, sollen wir es zeigen: Gott liebt diese Welt.» Kein Wunder, dass dann das Evangelium nicht gehört wird. Denn niemand nimmt jemanden ernst, der einen völlig ablehnt, ja sogar verteufelt. So lässt sich die These aufstellen:
Der Kirchenferne der Menschen
entspricht die Menschenferne der Kirche.
Aus meinem Beitrag in:
Fortunat Wyss, Walter Ludin, Maja Zimmermann & Anke Maggauer-Kirsche: Kirche – Faszination und Ärgernis. Wegwarte Verlag 2015. ISBN 978-3-9524088-2-7. 116 Seiten, CHF 47.-; für Blog-User 35.-
Zu bestellen bei: wludin@bluewin.ch
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