Konzilsblogteam

Wende zu den Zeichen der Zeit

Das Konzil pausiert, nicht jedoch seine Akteure. Am 30. Dezember 1963 trifft sich eine Gruppe von Konzilsvätern und Konzilstheologen, um über den Fortgang des Schemas XVII zu beraten. Bei dieser Sitzung geschieht eine entscheidende Wende.
Statt eines theologischen Entwurfes sollen dem Dokument Wahrheiten des Evangeliums zugrundeliegen, die in eine direktere Beziehung zu den Phänomenen der zeitgenössischen Welt gesetzt werden könnten. «Man musste den Dialog betonen, sich an die Lektüre der ‹Zeichen der Zeit› machen – ein Ausdruck der von ‹Pacem in terris› übernommen wurde – man musste die Kirche als ‹Volk Gottes› zur Geltung bringen … Man musste die Grundlagen für die Achtung der Kirche vor den irdischen Wirklichkeiten legen. Man musste auch von den neuen Pflichten der Gläubigen in einer pluralistischen Gesellschaft sprechen. Einer der entscheidenden Punkte musste schliesslich die menschliche Würde sein, so dass über die Religionsfreiheit, über Ehe und Familie, über die Ordnung, über die Beseitigung des Hungers in der Welt, über die internationale Solidarität und über den Frieden gesprochen werden konnte» (Charles Moeller).
Entlang diesen Leitlinien wird Anfang 1964 weitergearbeitet werden, so dass Anfang Februar 1964 die zentrale Kommission in Zürich bereits über einen entsprechenden Text beraten kann. Die Konturen der Pastoralkonstitution Gaudium et spes werden allmählich erkennbar!
(emf; Zitat aus: Charles Moeller: Die Geschichte der Pastoralkonstitution. In: LThK.E 3,242-279, 255)

30. Dezember 2013 | 00:03
von Konzilsblogteam
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