Konzilsblogteam

Wende in der Theologischen Kommission

«Wenn ich etwas dreimal wiederholt habe, ist es wahr», dieses ironisierende Formulierung aus englischer Poesie bringt Abtpräses Christopher Butler in der Theologischen Kommission vor, um zweifelhafte Wiederholungen im Text über die päpstlichen Titel abzuwenden (vgl. Co 2,36). Letztlich geht es einmal mehr um den Disput zwischen päpstlichen Prärogativen und bischöflichen Vollmachten. Pietro Parente vom Heiligen Offizium tritt – zum Erstaunen anderer – für jene Position ein, welche die bischöfliche Vollmacht in der Bischofsweihe und nicht in der Verleihung durch den Papst begründet sieht.
Am Nachmittag desselben 6. März 1964 wird in der Theologischen Kommission über die Frage der Kollegialität abgestimmt. Eben noch hätten fast alte Diskussionen wiederbegonnen. Trotzdem fällt das Votum in dieser Sache einstimmig aus. Selbst Kardinal Ottaviani stimmt zu (vgl. Co 2,38). Dom Helder Camara hört über Kardinal Suenens von derselben Sitzung und dem einem Wunder gleichenden Wandel in der Theologischen Kommission. Als Kardinal Ottaviani gesehen habe, dass die 27 Bischöfe der Kommission für die Verwendung des Begriffs «Kollegium» stimmten, habe er gelächelt und gesagt: «Auch der Präsident stimmt dafür» (CaLe 1,464).
Allerdings wird sich Ottaviani wenig später von diesem Votum distanzieren (vgl. Co 2,59).
(emf)

7. März 2014 | 00:52
von Konzilsblogteam
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