Walter Ludin

Wem muss sich die Kirche anpassen?

«Möchte katholische Kirche eine heterogene «Volkskirche» bleiben, das heisst eine Kirche, die für die Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen und Glaubensvorstellungen offen ist? Oder möchte sie zu einer kleinen homogenen Gemeinschaft werden, die sich in erster Linie an «Hochreligiöse» mit einer starken Kirchenbindung richtet, wie dies mehrheitlich die Freikirchen tun?»
Zu dieser Alternative vom Pastoralsoziologische Institut in St. Gallen/SPI formuliert, bemerkt Simon Hehli in der NZZ, die zweite Option werde von den Konservativen vertreten, vor allem von jenen in Chur. Man dürfe die lauen Kapuziner «nicht mit Verbeugungen vor dem Zeitgeist in Laune halten».
Zum «Zeitgeist» vgl. meinen Blog vom 19. Februar!
Der Churer Generalvikar meinte gemäss NZZ, die Kirche dürfe nicht ihre Inhalte zur Disposition stellen, um nach Mehrheiten zu schielen. «Sie muss vielmehr jederzeit dafür einstehen, dass es sich gemäss ihrer Überzeugung um göttliche Wahrheiten handelt, die zwar für alle da sind, die aber keine Verfügungsmasse des Menschen darstellen.»
Da sind sie wieder, die «göttlichen Wahrheiten». Es sind vor allem jene Überzeugungen, welche die Konservativen für wahr halten …. Man dürfe sie nicht aufgeben, indem man – ja eben – sich dem Zeitgeist anpasse.
Wenn man genauer hinsieht, wollen die Kirchenreformer nicht den Zeitgeist zum Massstab nehmen; sondern vor allem die Bibel: zum Beispiel Jesus mit seiner Barmherzigkeit gegenüber Gestrauchelten.

25. Februar 2015 | 01:44
von Walter Ludin
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