Weihnachtliche Musik
Konzert für alte Musik Nicht bloss «Stille Nacht»Aus gesundheitlichen Gründen kann ich noch keine Weihnachtspredigt halten und darum auch keine Ausschnitte davon in diesen Blog stellen. Dennoch sollte ein weihnachtlicher Touch hinein kommen. Aber wie? Eine erste Idee gibt mir mein verehrter Kollege Josef Osterwalder in seiner KIPA-Glosse, die ich hier unkommentiert wiedergeben. Nur so viel: Ich schätze «Stille Nacht» (nicht erst, als ich mit meiner Salzburger Freundin Hanni in der Stille-Nacht-Kirche war, wo das Lied uraufgeführt wurde)….
(Kipa) 1450, 1543, 1666, 1704 – was diese Reihe soll? Das sind die Jahre, in denen einige unserer Advents- und Weihnachtslieder komponiert wurden. Wer dieser Tage den Gottesdienst besucht, kommt sich vor wie in einem «Konzert für alte Musik». Renaissance und Barock verzeichnen dabei den Löwenanteil.
Diese Treue zum alten Liedgut hat zweifelsohne Vorteile. Leute, die in der Jugend einmal zur Kirche ausgetreten sind und sich nach der Pensionierung langsam wieder auf den Rückweg machen, finden sich sofort wieder zurecht. Und selbst jene Seelen, die nach hundert oder zweihundert Jahren wiedergeboren werden, können gleich wieder mitsingen.
Leute aber, die eher mit dem Sound des Eurovision Song Contest vertraut sind, müssen ihre Weihnachtsstimmung ausserhalb der Kirche suchen, bei «Jingle bells» etwa oder bei «I’m dreaming of a white Christmas». Bedenklich, dass zum Beispiel «I’m home for christmas» mit 1,4 Milliarden Nennungen im Internet 28 mal mehr gefragt ist als «Silent night».
Wie aber könnte man etwas zeitgenössischen Pop in die Kirche zurückbringen? Mit einem singenden Papst? Oder noch etwas mehr aus Taizé? Vielleicht braucht es auch einfach etwas weniger Kunstkompositionen, dafür mehr Mut zum Kitsch. Denn was die Branche längst schon weiss: Ohne Mut zum Flop kein Pop.
J.O.
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