Konzilsblogteam

Was ist ein Laie?

In der Intersessio kommt im Zusammenhang der Überarbeitung der Konzilsvorlage für De Ecclesia das Thema der Laien auf den Tisch. Bereits im ersten vorbereiteten Text war Gérard Philips einer der Hauptautoren für das entsprechende Kapitel gewesen. Diese Ausführungen hatte er fast unverändert in seinen Alternativentwurf übernommen, der inzwischen Arbeitsgrundlage war.
Zu reden gibt indes die Definition des Begriffs «Laie». In der Vollversammlung der Theologischen Kommission notiert der Sekretär Sebastian Tromp am Vormittag des 16. Mai 1963, dass die einen die Definition des Codex fordern, andere – wie Paul-Émile Kardinal Léger sowie der Generalobere der Dominikaner – sich gegen die Abgrenzung der Laien von den Ordensleuten («völlig antiquiert» [Tr 374]) wenden, wieder andere – wie Bischof Marcos Gregorio McGrath – überhaupt auf eine Definition verzichten wollen.
Das sachliche Problem führt bezüglich der Kommission für das «Laienapostolat» sogar dazu, dass zwischenzeitlich – ohne Rücksprache mit der Kommission selbst – versucht wurde, den Namen in «Kommission für das Apostolat der Gläubigen» zu ändern. Deren Sekretär Msgr. Achille Glorieux bestimmt die der Kommission zugrundeliegende Sprachregelung dahingehend, dass mit dem Begriff «Gläubige» alle Getauften bezeichnet werden, mit dem Begriff «Laien» hingegen jene, die weder Kleriker noch Ordensleute sind. Die Negativdefinition – nicht Glied des Weihestandes oder Ordensstandes – bleibt mangels Besserem bis in LG 31 hinein bestimmend.
(emf)

16. Mai 2013 | 00:18
von Konzilsblogteam
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