Walter Ludin

Was hinterlassen wir den kommenden Generationen?

Sie wird sträflich vernachlässigt: unsere Verantwortung für die kommenden Generationen. Wir hinterlassen ihnen eine weitgehend kaputte Erde – und einen Schuldenberg. Dazu eine Glosse, die ich in einem Newsletter der Wiener Arbeitsgruppe Schöpfungsverantwortung finde. (Als Verfasser wird «Prof. Jäggle» angegeben. Mein Seitenhieb in östliche Nachbarland: Titel sind wichtiger als Namen….)
Generationenverantwortung
Ein plötzliches Wintergewitter verwandelte Wien in eine von einer dichten Schneedecke eingehüllte Grossstadt. Der in einen Hauseingang geflüchtete Briefträger bemerkte dazu trocken: «Und dafür habn’s a Geld.» Die Absurdität dieser Aussage war ihm natürlich klar. Sie brachte aber den Schriftsteller Josef Dirnbeck, der im selben Hauseingang Schutz gesucht hatte, dazu, diesen etwas bizarren Gedanken weiterzuspielen: Was würde es kosten, so es technisch überhaupt machbar wäre, so ein Wintergewitter zu inszenieren? Keine Frage, Wien und kein Ort der Welt könnten sich so etwas leisten. Schon ein einziges Wintergewitter wäre nicht finanzierbar. Die Menschen sind eben darauf angewiesen, dass ihnen die elementarsten Dinge wie etwa Luft und Wasser, Licht und Sonne u.v.a. unverdient zur Verfügung gestellt werden, das faszinierende Schauspiel eines Wintergewitters eingeschlossen. Sie können sich die elementarsten Dinge nicht leisten, sie können die elementarsten Dinge nicht bezahlen. Es ist verständlich, dass diese Erkenntnis über die den Menschen kostenlos und unverdient gegebenen Lebensmöglichkeiten zum Staunen und zum Danken anregt. Diese spirituelle Erfahrung der verdankten Lebensmöglichkeiten und Existenz ist grundlegend für Generationenverantwortung. Wer sich in dieser Weise beschenkt erfährt, will dies auch den Kindern und Kindeskindern sichern.   (…)

Mir hat eine Karikatur sehr zu denken gegeben, in der ein Erwachsener einem Kind eine ramponierte Erdkugel übergibt. Das Kind kommentiert dies mit den Worten: «Aber ich habe sie dir ja nur geborgt.»

Die Generationenverantwortung wird auch in der kommenden Fasten(opfer)Kampagne behandelt.
 

20. Dezember 2013 | 01:15
von Walter Ludin
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