Walter Ludin

Was heisst glauben?

Bedeutet auch: (einander) vertrauen, statt immer Recht haben

Was heisst glauben? Oder noch anders gefragt: Welches sind die Früchte des Glaubens? Die Apostelgeschichte gibt uns eine anschauliche Antwort, wenn sie  uns vom Leben der Urchristen erzählt.
In der heutigen Perikope heisst es: «Sie kamen einmütig zusammen.» Als demokratischer Schweizer habe ich lange nicht verstanden, was einmütig bedeutet. Es heisst nicht einstimmig. Einmütigkeit bedeutet nicht, dass –  wie in einer Diktatur 100 Prozent Ja stimmen – Ja stimmen müssen.
Einmütigkeit heisst vielmehr, solange diskutieren, bis ein Konsens gefunden wird, der für alle annehmbar ist. Sicher werden dann einige sagen: «Ich hätte es gern anders gehabt. Leider konnte ich die andern nicht von meiner Meinung überzeugen. Sie sind mir jedoch entgegengekommen und haben wichtige Anliegen von mir übernommen. Darum kann ich sehr gut mit dem Entscheid leben.»
   Wir sehen: Einmütigkeit entsteht nur dort, wo nicht jeder um jeden Preis Recht haben will.  Nicht Rechthaber, sondern tolerante Menschen sind zu einem friedlichen Zusammenleben fähig. Darum können wir sagen: Glauben heisst auch vertrauen, dass nicht nur ich, sondern auch die andern gute, vernünftige, denkende Menschen sind.
Stans, St. Klara 9.30 Uhr; Pflegeheim 10.40 Uhr
PS. für den Blog: Die letzt genannte Einstellung fehlt mir oft im Blog – mit den vielen rechthaberischen Kommentaren …. Auf meinen gestrigen Blog warf mir ein Andersdenkender in einem privaten Mail vor, Demagogie zu betreuen – und damit entweder dumm oder böse zu sein.

7. April 2013 | 01:46
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 1  Min.
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