Warum er kein Christ ist
Mehr als 30 Jahre nach dem Konzil sei nach einer Beerdigung ein Mann zu ihm gekommen und habe ihm gratuliert, dass er den Gottesdienst nicht mehr auf Latein gehalten habe. So erzählte mir ein befreundeter Pfarrer. Daran erinnerte ich mich, als ich das 10minütige Interview mit Kurt Flasch im Internet hörte:
http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/druckfrisch/27102013-kurt-flasch-warum-ich-kein-christ-bin-100.html
Flasch wurde vom Moderator als der im deutschen Sprachraum grösste Kenner mittelalterlichen Philosophie bezeichnet; worauf dieser ganz bescheiden korrigierte: «… vielleicht in Deutschland». Dieser Fachmann hat Ende 2013 das Buch herausgegeben: «Warum ich nicht Christ bin.»
Im Interview nennt er vor allem zwei Gründe:
-»Gott ist nur dann mit uns gut, wenn wir seinen Sohn töten.»
-»Augustinus lehrte, dass die Erbsünde durch die geschlechtliche Erzeugung weiter gegeben wird.»
Da muss man doch einwenden: Lieber Herr Professor, noch nie etwas gehört dass die heutigen Theologen die mittelalterliche Erlösungstheorien (vor allem entwickelt von Anselm von Canterbury) längst aufgegeben haben.
Und: So plump geschlechtsfeindlich wird höchstens noch in «chur-ähnlichen Kreisen» argumentiert.
Auch ein Kenner des Mittelalters sollte die Gegenwart ernst nehmen.
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