Warum ich beim Bruder-Klaus-Blog mitmache!
Die Kantone Solothurn und Freiburg verdanken ihre Aufnahme in die Eidgenossenschaft dem unbekannten Ratsspruch von Niklaus von Flüe, welcher den Weg zum Stanser Verkommnis vom 22. Dezember 1481 freimachte. In beiden Kantonen ist deshalb Bruder Klaus, wie er allgemein benannt wird, besonders im Bewusstsein der Bevölkerung verankert.
Ein Beleg dafür bin auch ich, der schon seit Kindsbeinen Bruder Klaus als Statue im Wohnzimmer meines Grossvaters Oskar Gunzinger-Allemann (1887–1987) fast täglich vor Augen hatte. Ein kleines Medaillon auf Holz mit dem kieenden Bruder Klaus in der Nähe der Ranftkapelle unter dem Antlitz Gottes und eine Erinnerungsplakette mit dem Konterfei von Pius XII. anlässlich des Heiligen Jahres 1950 hingen ebenfalls in der Wohnstube meines Grossvaters (siehe Bild). Als nach dessen Tod sein Haus geräumt und abgerissen wurde, fand die Bruder-Klaus-Statue im Wohnzimmer meiner Eltern einen Stammplatz; die zwei andern Erinnerungsstücke an Bruder Klaus gingen in meinen Besitz über.
Für unsere Familie war nicht nur die regelmässige Wallfahrt nach Mariastein selbstverständlich, sondern auch die Fahrt ins Obwaldnerland und der Besuch der Ranftkapelle. Beides, das Kloster Mariastein mit der Felsengrotte, aber auch der Ranft, haben mich immer von neuem beeindruckt.
Am 25. September 1987 stürzte ich an der vereisten Ostflanke des Gran Sasso, nach einem schönen Aufstieg auf der besonnten Westseite dieses Berges und nach einer Messfeier auf dem Gipfel, ab – über zwei Felsen auf ein Schneefeld, auf dem ich mich glücklicherweise noch vor dem Sturz in die Tiefe vom Rücken auf den Bauch drehen und so meinen Fall stoppen konnte – ohne grosse Verletzungen, nur mit kleinen Schrammen und Quetschungen als Folgen. Erst etliche Zeit später wurde mir bewusst, dass ich am Bruderklausentag 1987, 500 Jahre nach dem Hinschied unseres Landespatrons, so dem Tod entronnen bin. Andere wie etwa der mir persönlich bekannte Südtiroler Jesuit Severin Leitner, früherer Provinzial und Berater des Jesuitengenerals, hatten leider nicht so viel Glück. Pater Leitner verunfallte im Juni 2015 ebenfalls am Gran Sasso, leider aber tödlich.
Das soeben begonnene Gedenkjahr 600 Jahre Niklaus von Flüe gibt mir die gute Gelegenheit, mich in Dankbarkeit unserem Landesheiligen mit unserem Blog noch mehr anzunähern, sei dies intellektuell oder spirituell.
Urban Fink-Wagner
Siehe auch: Urban Fink: Bruder Klaus als Patrozinium von Kirchen und Kapellen in der Schweiz, in: Gröbli (2016), 360–372.
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