Walter Kirchschläger: heute Abschiedsvorlesung
Professor wird SchreinerHeute hält Walter Kirchschläger seine Abschiedsvorlesung. In einem KIPA-Gespräch meinte er zum «Sonderfall Schweiz»:
«Die wiederkehrende Rede vom Sonderfall, sei es die Kirche Schweiz oder früher etwa die holländische Kirche, täuscht darüber hinweg, dass die Probleme einzelner Länder auch jene anderer Länder sind. Man kann nicht von einem Sonderfall Kirche Schweiz reden, sondern der Sonderfall ist die Kirche von Rom, die sich nicht an den Kirchen weltweit orientiert.
Rom hat seine eigenen Vorstellungen. Diese werden von einem Zentrum aus in die Welt hinaus getragen. Die Bischöfe sind bestenfalls Filialleiter. Wohltuend ist das geflügelte Wort des ehemaligen Bischofs von Chur, Christian Caminada, der nach einem Rom-Besuch sagte: «Bischof von Chur bin ich.» In ihren Diözesen müssen die Bischöfe selber die Verantwortung tragen, nicht Rom.»—————————-Man kann es auch so ausdrücken: Nicht Gläubige wie jene der Pfarrer-Initiative sind «ungehorsam», sondern der Papst, der blind ist für die Bedürfnisse der Ortskirchen (vgl. Eucharistischer Notstand!!)
Die Abschiedsvorlesung findet heute Abend an der UniLu statt, um 18.15 Uhr
Bei unserer letzten Begegnung hat mir Walter gesagt, er bleibe in der Schweiz. Ich habe gespürt, dass einer der grossen (oder eben: «kleinen» Gründe seine geliebten Enkelkinder sind. Er hat vor einigen Jahren sein Heimbüro für sie geräumt und selber gebaute Kinderbetten hineingestellt. Als man ihn damals angesprochen hat auf die Gefahr, er könnte abgesetzt werden, meinte er, er könnte sich durchaus als Schreiner betätigen…. Bestimmt wird er nun weiterhin auch Zeit haben, für die Kirchenreform argumentativ zu kämpfen….
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