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«Wahrlich, der Ultramontanismus existiert»

Am 3. November 1962 erhält P. Yves Congar OP Besuch von Abbé François Houtart, der in Brüssel ein Zentrum sozioreligiöser Studien leitet. Dieser berichtet ihm vom Misstrauen, das dem CELAM, dem Lateinamerikanischen Bischofsrat von Seiten des Vatikan, genauerhin des Staatssekretariates, entgegengebracht wird, und dies obwohl dieser Rat eine Schöpfung Pius’ XII. sei. Congar listet sodann mancherlei Schwierigkeiten der lateinamerikanischen Bischöfe mit ihren Nuntien auf. Selbst in Rom auf dem Konzil sei man bestrebt, die Zusammenkunft der Lateinamerikanischen Bischöfe zu verhindern.Yves Congar sieht darin seine Intuition hinsichtlich der Geschichte der Ekklesiologie bestätigt. Es gebe eine Spannung zwischen dem Pol «Papa/Papst» und dem Pol «Ecclesia/Kirche». «Diese Spannung macht sich auf dem Konzil unterschwellig bemerkbar, und es ist wahrscheinlich, dass sie eines Tages ans Licht kommt» (Co 1,180). Die Kurie sei Vertreterin einer vereinfachenden und falschen Ekklesiologie, in der alles vom Papst abgeleitet wird. «Sie sehen die Kirche nur als eine grosse zentralisierte Verwaltungsbehörde, deren Zentrum sie einnehmen. […] Wahrlich, der Ultramontanismus existiert» (Co 1,180).(emf)

3. November 2012 | 00:20
von Konzilsblogteam
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