Walter Ludin

Waffen schaffen Flüchtlinge

Europa habe wenig gegen die Armut getan und heize obendrein Krieg und Gewalt durch den Waffenhandel an, heisst es in einer Erklärung des päpstlichen Migrantenrats. «Wir protestieren gegen die vielen Flüchtlinge, aber wer verkauft denn die Waffen? Das sind meistens die reichen Länder», schreibt der Präsident des Rates, Kardinal Antonio Maria Veglio. Die Lösungen müssten dort ansetzen, wo die Probleme begännen, nämlich in den Herkunftsländern.
Und was macht die Schweiz? Sie hat letztes Jahr Rüstungsgüter im Wert von knapp 1,5 Milliarden Franken exportiert. Ein Drittel ging in den Nahen Osten, bekanntlich ein Pulverfass.
Waffen sind nicht nur zum Anschauen da. Auch Schweizer Waffen werden immer wieder eingesetzt:
–          2011 kamen Mowag-Panzer durch Saudi-Arabien gegen die Oppositionsbewegung in Bahrain zum Einsatz.
–          Saddam Hussein benutzte Pilatusflugzeuge bei Giftgasangriffen. Dass diese Flugzeuge aus der katholischen Innerschweiz auch in Guatemala, Mejico, im Tschad usw. eingesetzt wurden, war hier im Blog schon öfters zu lesen.
Wer wollte da der GSOA in ihrem neuesten Bulletin widersprechen? «Mit dem Verbot von Kriegsmaterial-Exporten würde die Schweiz ein starkes Zeichen gegen Kriege und für den Frieden weltweit setzen, international neue Glaubwürdigkeit erlangen und die Neutralität wieder stärken.  

24. August 2015 | 01:32
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 1  Min.
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