Vorgeschichten
Schaut man auf das Ganze des Konzils, seine Vor- und seine Nachgeschichte, so wird wahrnehmbar, dass eine so grosse Umwälzung nicht ohne Vorbereitung sein konnte, aber auch nicht ohne Nacharbeit auskommt.
Zur Vorgeschichte des Konzils gehören gesellschaftliche Umbrüche, die bei den Katholiken und Katholikinnen schon vor dem Konzil zu veränderten Einstellungen und Verhaltensweisen geführt hatten. In diesem Sinne diagnostiziert Rudolf Uertz:
«Die Lehre des II. Vatikanums hatte sicherlich beträchtlichen Einfluss auf das politik- und sozialethische Denken von Theologen und Laien; im grossen und ganzen handelt es sich aber bei den politik- und gesellschaftstheoretisch relevanten Konzilsdokumenten um einen Nachvollzug dessen, was Katholiken in Forschung, Lehre und Praxis schon seit Jahrzehnten in eigener Verantwortung und z.T. gegen die kirchenoffizielle Position vertreten hatten».
(emf; Zitat aus: Rudolf Uertz: Vom Gottesrecht zum Menschenrecht. Das Katholische Staatsdenken in Deutschland von der Französischen Revolution bis zum II. Vatikanischen Konzil [1789-1965]. Paderborn: Schöningh, 2005, 24)
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