Vor 1000 Jahren: «die Ortskirche aufwerten!»
Die Ortskirche und nicht bloss die Weltkirche zählen, forderte vor rund 1000 Jahren ein späterer Papst.
Nochmals aus dem Buch von Giancarlo Zizola:
Papst Silvester II. hatte als Erzbischof Gerbert von Reims einen Konflikt mit dem damaligen Papst Johannes XV. über die Vorrechte der Bischöfe angesichts der «universellen Macht des römischen Pontifex». In einem Brief bekräftigte er, «die universelle Kirche bestehe aus der Gesamtheit der Ortskirchen. Alle Bischöfe seien an der Macht Petri nach einer kollegialen Auffassung beteiligt. Es sollte bis zum II. Vatikanischen Konzil dauern, bis diese Auffassung offizielle Doktrin der Kirche wurde.» —–
Man merke: Der Verfasser des Briefes starb im Jahre 1003. Es hatte also rund 1000 Jahre gedauert …. Ja, die Kirche denkt in Jahrtausenden. Doch wollen wir mit andern Reformpostulaten so lange warten?
Noch was: Schon 1995, also 10 Jahre vor dem Tod Johannes Paul II., schrieb Giancarlo im vorliegenden Buch: «Die Historiker unterstreichen, dass … die Starre zu langer Pontifikate, von Ausnahmen abgesehen, die Möglichkeit von Kursänderungen erstickt und die Kirchenführung in der Verteidigung einer überholten Vergangenheit einschliesst.» — Wer wollte widersprechen?
PS Man hätte dem Buch «Der Nachfolger» einen bessern Übersetzer gewünscht. Es gibt hier so haarsträubende Dinge wie «das Massaker der Waadtländer in Kalabrien» (statt Valdenser). Oder: «Comunione e Liberazione» wird «Kommunion und Befreiung».
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